Donnerstag, 8. August 2019

Mit Hoffnung unterwegs – Radtage in Möckmühl vom 2. – 5. August 2019


Grün ist die Hoffnung, sagen wir. Grün steht wie keine andere Farbe für die Lebendigkeit. Wir werden in den kommenden vier Tagen viel Grünes erleben. In der Farbenskala der Regenbogenfarben steht grün in der Mitte. Grün tut den Augen gut. Grün beruhigt. Wenn einer dem anderen nicht mehr grün ist, dann ist das schlimm. Dann heißt das mehr oder weniger: Ich habe für dich keine Hoffnung mehr. Vielleicht sogar: du bist für mich gestorben. Soweit sollten wir niemals gehen! – Grün soll die Basis sein, auf der wir leben können. – Es ist Gottes Hoffnung für uns.


Jagst bei Ruchsen

Wasser ist Leben, sagen wir. Alles Leben kommt aus dem Wasser. Wie Lebensadern durchziehen Flüsse und Bäche unsere Landschaft. Ohne Wasser können wir nicht leben. Wasser erfrischt. Wasser zerstört, wenn zu viel Wasser kommt. Wasser erinnert an das Wasser der Taufe, dem Zeichen der Rettung, dass Gott keinen Menschen verloren gibt, auch nicht in den Tiefen des Lebens.
Die ersten Christen*innen werden in ihrer Umgebung „Leute des neuen Weges“ genannt. Auch zu Abraham, dem Urvater des Glaubens, gehört das Unterwegssein, ebenso wie zu den Heiligen drei Königen, die dem Stern folgen, der sie zu dem verheißenen Gotteskind führt.
Bis heute hat sich das Weg-Motiv für das christliche Leben als prägend erwiesen: unterwegs sein zu einem Ziel, das Gott gesetzt hat und das er letztlich selber ist. Wer so unterwegs ist, konzentriert sich auf den Weg und behält das Ziel im Auge. Unsere Tage beginnen und enden mit einem Morgen- und Abendimpuls am Leuchter „Brennender Dornbusch“ in der Stadtkirche.




Kirche, Leuchter

Dann machen wir uns mit dem Rad auf den Weg.


Karte

Freitag, 2. August – Begrüßungsfahrt
Noch sind nicht alle in Möckmühl eingetroffen. Stefan, Christiane M., Joachim, Alfred und ich sind schon da. Auch Hansl Hof ist zum ersten Startfoto gekommen.



Start am Freitag

Eine erste Ausfahrt führt über Ruchsen durch das Hergstbachtal nach Korb und Leibenstadt, hinauf auf die Höhe und über den Weiler Weigental hinunter ins Kessachtal nach Unterkessach. Dort wartet schon Hansl Hof auf uns und wir genießen in Hörchers Hofcafé Kaffee und Kuchen. Das Getreide dafür ist aus hofeigenem Bio-Anbau. Frau Hörcher setzt sich zu uns und erzählt über die Getreidesorten, vom Umbau von Hof und Scheune und Werden ihres Hofladens mit Café.





Die Heimfahrt geht weiter durch das Kessachtal. Von Widdern, wo die Kessach in die Jagst mündet sind es nur noch wenige Kilometer zurück nach Möckmühl. Ca. 32 km und 230 hm

Samstag, 3. August – Ausfahrt ins Hohenloher Land
Inzwischen sind auch Christiane W. und Jürgen eingetroffen. Auch Markus Dörrmann aus dem Möckmühler Ortsteil Bittelbronn fährt heute mit. Wir starten an der Stadtkirche und hoffen, dass der Nieselregen bald aufhört.



Start am Samstag
Diese Hoffnung sollte sich schnell erfüllen: Bereits nach wenigen Kilometern ist es ab Züttlingen von oben trocken. Wir fahren auf die Höhe nach Ernstein und dann hinunter ins Kochertal über Gochsen bis Neuenstadt.



Marktplatz
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Wir folgen wir dem Brettachtal über Brettach, Langenbrettach, Weißlensburg, Bitzfeld bis Bretzffeld. Eine nahender Regenschauer beschleunigt unsere Fahrt hoch in die Weinberge an den Verrenberg und über die Ort Verrenberg hinunter nach Öhringen.



In den Weinbergen auf dem Verrenberg

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Hansl Hof erwartet uns schon an der Kultura mit Verpflegung: „Es ist angerichtet!“ Bananen, Äpfel, Müsliriegel und Getränke.



Verpflegungspause in Öhringen

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Auf dem Marktplatz in Öhringen ist Mittagspause. Ein heftiger Regenguss kann uns unter dem Marktschirm nichts anhaben.



Marktplatz Öhringen

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Die Rückfahrt geht durch das Ohrntal. In Ohrnberg stoßen wir wieder auf den Kocher. Der Kochertalradweg führt hier auf der ehemaligen Bahnstrecke.



Ehemalige Bahnbrücke

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In Kochersteinsberg biegen wir ab und es geht nochmals bergauf über Lampoldhausen in den Hardthäuser Wald.  Zurück in Möckmühl haben wir ca. 75 km und etwas über 700 hm hinter uns. Nicht genug für Jo und Stefan, die sich am Schlossberg noch etwas auf den Rädern austobten.
Neben Sonnenschein  und einem Mix von Wolken und blauem Himmel haben wir heute auch ein paar Regenschauer erlebt. Jürgen meint: „Immer, wenn es regnete fand sich auch ein Unterschlupf.“ Dies zählt neben dem Landschaftserleben auch zu den guten Erfahrungen dieses Tages.
Den Abend verbringen wir mit Stefan, Ute und Jan Vachaja in ihrer Hofscheune. Sie bewirteten uns ausgezeichnet mit Gegrilltem, Salaten und Getränken. Besonders freuten wir uns, dass Heinz zu uns stieß.
















Sonntag, 4. August
Heute feiern wir einen Diakoniegottesdienst in der Stadtkirche: „Wohnen macht reich. – Wohnen macht arm.“ Dabei ist wie im letzten Jahr André Sommer, der Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Neuenstadt. Auch seine Freundin Lena ist mitgekommen.










Die anschließende Sonntagsfahrt führt von der Jagst ins liebliche Taubertal.
In Jagsthausen stößt auch Klaus Aller zu uns, so dass wir heute 10 Fahrer*innen sind. In Bieringen verlassen wir das Jagsttal und fahren im Erlenbachtal über Aschhausen – Erlenbach – Oberndorf – Neustetten bis Assamstadt. Dort ist Hansl Hof zuverlässig zur Stelle. Die Sonne scheint heute kräftig, und wir sind froh, unsere Getränkeflaschen auffüllen zu können. Weiter geht es über die Anhöhe bei Boxberg in schöner Abfahrt hinunter nach Bobstadt und Schweigern Richtung Taubertal bis Lauda.





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Wir belohnen uns mit Eis und kühlen Getränken.



Lauda

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Bis Lauda waren es etwas über 60 km und 420 hm. Genug für André, Lena und mich. Wir nehmen den Zug zurück nach Möckmühl. Der Rest der Gruppe fährt auf den Rädern auf einer etwas kürzeren aber bergigeren Strecke zurück. Gegen 18:30 sind auch sie wohlbehalten wieder in Möckmühl.  
       
Montag, 5. August – Zum Ausklang - Ausfahrt auf dem Skulpturenradweg
Entgegen der Wetterprognose streift uns am Vormittag ein Regengebiet. Wir starten dennoch auf die geplante Route Richtung Osterburken. Auf nasser Strecke bohren sich spitze Gegenstände gerne in Reifen. So auch bei uns.  Bereits nach 15 km hat Jo vorne und hinten einen Platten und der neue Schlauch lässt sich nicht aufpumpen. Es regnet. Die Stimmung sinkt merklich. Ist die Panne nun ein Unglück oder auch ein Glück? Jedenfalls helfen uns in Oberkessach zwei freundliche Menschen in ihrer ehemaligen Autowerkstatt mit Pressluft weiter. Wir bestehen auch die gruppendynamische Herausforderung Abbrechen oder Weiterfahren? – und: welch ein Glück, nachdem die Schläuche die Luft halten sind auch die Regenwolken weitergezogen und die wärmende Sonne kommt durch! Wir nehmen einen kürzeren Weg nach Lauda, wo Hansl Hof und Christiane sich schon Gedanken machten, wo wir bleiben.
Sie konnten sich auf ihrem Fahrtstrecke einige der Skulpturen anschauen, von denen wir auch gerne mehr gesehen hätten.



Skulpturen Radweg

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Immerhin können wir noch eine auf dem Rückweg betrachten.




Skulpturen Radweg

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Über Adelsheim –– Sennfeld – Roigheim – erreichen wir Möckmühl am frühen Nachmittag. Die heutige Strecke betrug: 47 km und 440 hm.
Nun heißt es voneinander Abschied nehmen, und auch von der kleinen Radlerherberge, wo unsere Gruppe nun schon im dritten Jahr Quartier bezogen hatte.



Radlerherberge

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Wir schauen zurück auf vier erlebnisreiche Tage in guter Gemeinschaft. Wir sind froh und dankbar, dass wir unfallfrei geblieben sind. Und wir sind uns einig, dass wir im kommenden Jahr wieder eine gemeinsame Unternehmung planen wollen.



Abschluss


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Reisesegen
Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen,
möge der Wind dir den Rücken stärken.
Möge die Sonne dein Gesicht erhellen und der
Regen um dich her die Felder tränken.
Und bis wir beide, du und ich, uns wieder sehen,
möge Gott dich schützend in seiner Hand halten.
Irischer Reisesegen




Bericht: Regina



Montag, 15. Juli 2019

Duschen gleich nach dem Start und ein Vollbad vor dem Ziel. RTF Nagold-Gäu-Neckar


Duschen gleich nach dem Start und ein Vollbad vor dem Ziel.




Die Wetterprognosen versprachen für die "Nagold-Gäu-Neckar" RTF keinen trockenen Tag. 
Dies könnte ein Grund für die spärliche Teilnahme gewesen sein, ... der Streckenverlauf sicher nicht.
Gestartet sind wir zu Dritt, ... auf der Strecke kam dann Martin H. noch dazu. 
Am frühen Morgen durch die noch wolkenverhangene Täler des nordöstlichen Schwarzwaldes zu fahren, war schon ein radlerischer Leckerbissen. 
Charakteristisch: schmale Sträßchen mit gutem Asphalt, Nutzung von versteckten Wald / Landwirtschafts / Wander-Wegen - oft entlang von Bachläufen, kleine Ortschaften - teilweise gekrönt von Burgen oder Schlösschen.
Unter diesen Umständen war der leichte Regen am Anfang nicht wirklich störend.
Faustdick waren dagegen die letzten 20 km.
Starkregen ! Die Straße glich einem Bachbett. Dazu die vorbeifahrenden Autos, von aufgeworfenen Wasserfontänen und Gischt begleitet.
Aber irgendwann war es egal, ...
nasser als nass geht nicht !!




Wohl dem, der trockene Wechselklamotten dabei hatte, zur Heimfahrt im Auto.

Joachim

Sonntag, 7. Juli 2019

Schneckentour


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Nur 97 Radler schrieben sich am Sonntagmorgen zum Leidwesen der Organisatoren zur Schneckentour ein. Nicht schwer zu vermuten, dass es an den recht dunklen Wolken über Bodelshausen lag und der eine oder die andere lieber zuhause blieb.
Optimistisch schwang ich mich dennoch gemeinsam mit meinem Kumpel Christoph um Punkt 7.00 Uhr in den Sattel, um die 113 km unter die Räder zu nehmen. Das heißt, wir wollten: Punkt 7.00 Uhr öffneten sich auch die Himmelsschleusen und es hieß erst mal 10 Minuten warten. Nachdem der Regen etwas nachließ, ging es dann wirklich los. Nach etwa 10 km hieß es noch einmal  unterstehen. Aber fortan zahlte sich der Optimismus aus: Das Wetter wurde stetig besser, und wir erhaschten sogar noch einige wohltuende Sonnenstrahlen.




Die Tour führte durch sehr schöne Landschaften auf sehr verkehrsarmen Nebenstrecken und gut asphaltierten Feldwegen. An den toll bewirteten Verpflegungsstationen genossen wir meist 1 zu 1 Betreuung, so dass wir bestens für die nächsten Teilstücke präpariert waren.




Mittlerweile wieder trocken kamen wir um 12.00 Uhr wohlbehalten und ohne Defekt nach Bodelshausen zurück. Immer wieder schön, nach der Anstrengung ein kühles Weizen mit einer knackigen Roten Wurst zu genießen.

Viele Grüße
Robbi