Donnerstag, 28. Juni 2012

Nauders im Ausnahmezustand

Dreiländergiro am 24.Juni


Die Erfahrungen des letzten Jahres waren zu gut, um davon abzuweichen.
Angemeldet für den „3LG“ sind wir schon seit Monaten und auch die Unterkunftsfrage ist seit Frühjahr geklärt. Michael, Daniel, Uwe und ich sind wieder in einer Ferienwohnung untergebracht, Thomas mit Monique im Wohnmobil, … von den Anderen weiß ich nichts.

 Am Samstagnachmittag trudeln Alle zu unterschiedlichen Zeiten in Nauders ein.

Ankunftstag
 










Wir treffen uns am Event-Gelände, holen unsere Startunterlagen und Transponder ab … und warten bei Pasta und Radler auf die Ankunft der „Race across the Alps“ -Teilnehmer. Sie kommen nach 22-26 Stunden ins Ziel.
Die körperlichen Leistungen, um das anerkannt härteste Eintagesrennen der Welt zu überstehen, sind für mich unvorstellbar: Dreiländergiro, Ötztaler und Dolomitenmarathon zusammen, entsprechen in etwa dem “RatA“ (540 km, 13.600 Hm). Damit stimmen wir uns auf den morgigen Renntag ein.
Früh gehen wir schlafen, denn das Rennen beginnt um 6.30 Uhr.

Am Start Micha und Daniel





Reifendruck geprüft, Ersatzschlauch und Pumpe in der Tasche, Trinkflasche gefüllt, Tacho angedockt, Startfoto der Fundracer geklickt, …
kurzes Zunicken, … es kann losgehen!





Die restlichen Kilometer des Reschenpasses, von Nauders hoch zum Reschensee, könnte man als Aufwärmphase werten. Auf der ebenen Straße um den See zeigt mein Tacho schon Werte über 50 km/h. In rasanter Fahrt geht`s abwärts nach Prad.

Stilfser Joch
 Windweste öffnen, Armlinge entledigen, … es beginnt der 1800 Hm-Anstieg zum „Stelvio“. Die Stilfser Joch Pass-Straße bei schönem Wetter zu fahren, ist für jeden engagierten Radler ein herausragendes Erlebnis.

Verpflegung in der letzten Kehre

3500 Dreiländergiro-Teilnehmer freuen sich … und leiden gemeinsam. Nach dem Bergdorf Trafoi schlängelt sich die Straße über 48 durchnummerierte Kehren zur Passhöhe hinauf. Ab Kehre 30 zähle ich mit, ab Kehre 20 sehne ich jede weitere Kehre herbei, ab Kehre 10 kann ich jubelnde Zuschauer von der Passhöhe hören, ab Kehre 5 rieche ich den Dunst von Bratwürsten, … geschafft!
Es liegt noch ordentlich Schnee hier oben. 2 Becher Iso-Getränk und 2 Bananen müssen für die Weiterfahrt reichen.

Windjacke zugezippt und es geht abwärts über den Umbrailpass nach Santa Maria. Zwei Unfälle von gestürzten Radlern lassen mich vorsichtiger fahren. Meine lädierten Schultergelenke rebellieren bei der 4km langen Passage über holprige Schotterpisten.

An der Verpflegungsstelle in Santa Maria treffe ich - wie verabredet – Uwe wieder. Zusammen fahren wir nun weiter über den Ofenpass.
Das Wetter bleibt optimal. Keine pralle Sonne, nur leichte Bewölkung.

Der Ofenpass wird beim 3LG oftmals unterschätzt. Viele Fahrer konzentrieren sich nur auf das Stilfser Joch und vergessen dabei die Höhenmeter des folgenden Passes. Jedenfalls sind wir beide froh, die Passhöhe zu erreichen und gönnen uns hier eine längere Pause. Die Abfahrt über makellose Asphaltstraßen und schnelle Kurven gehört zu meinen Highlights beim 3LG.

Verpflegung
 In Zernez gibt es an der Verpflegungsstelle äußerst wohlschmeckenden Kuchen.
Es folgen ca. 50 km durch den Schweizer Kanton Graubünden, über Scuol nach Martina, immer am malerischen Inn entlang. Inmitten wechselnder Gruppen erreichen wir schließlich die letzte Verpflegungsstelle bevor uns der Schlussanstieg die letzten Körner kostet.
Wieder nummerierte Kehren – diesmal nur 11 Stück – wieder zähle ich mit, …
es sind noch 8 km bis Nauders. Auch bei den anderen Teilnehmern sind die Ermüdungserscheinungen unverkennbar.
Die Passhöhe Norbertshöhe ist erreicht, vor uns liegt im Tal Nauders.

Ein Lächeln huscht uns über das Gesicht, … das Radl scheint den Weg selbst zu finden …

Foto: Sportograf.com

Uwe und Joachim
(das mit dem Lächeln hat wohl nicht so ganz funktioniert!)

... und noch mal ein Lächeln für den Zielfotografen.

Beim Durchfahren des Zieltores zeigt die Uhr für Uwe und mich zwar keine „Spitzenzeit“ an, aber wir haben uns immerhin um 20 Minuten gegenüber dem Vorjahr verbessert.
 
Im Ziel mit Uwe, Monique und Tom

Abklatschen, … das war`s!
 
Joachim

Bedauert haben wir Alle das gleiche Veranstaltungsdatum von 3LG und Alb-Ex. Aber das "Fundracer-Heimspiel in Ottenbach" scheint bei den 3LG-Teilnehmern recht beliebt zu sein - oder umgekehrt - denn es waren in Nauders viele Teilnehmer mit Alb-Ex-Trikots der vergangenen Jahre am Start. Das hat für Kommunikation gesorgt.

Leider gibt es am Stilfser Joch noch keine extra "Willy-Weid´sche-Verpflegungsstation" für Diakoniker :-(!

Cheers! Beim obligatorischen Ziel-Radler treffen wir Michael und Daniel. Beide können eine Super-Zeit aufweisen und sind schon geduscht.
Auch Thomas und Monique treffen wir wieder, sie sind schon am Aufbrechen für ein paar Tage Urlaub im Vinschgau. www.urlaub-vinschgau.net/


So komfortabel scheint die Unterkunft doch nicht gewesen zu sein! :-)
   Zurück in unserer Fundracing-Radler-WG lassen wir den ereignisreichen Tag mit dem EM-Spiel England / Italien und Uwe`s mitgebrachten „Tannenzäpfle“ ausklingen. Am Montag gibt`s noch ein gemeinsames, ausgedehntes Frühstück und … „bis zum nächsten Mal !“

Nauders ist wieder im Normalzustand.

Jo.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Rondoneur des Vosges



Am Sonntag, den 24. Juni haben Stefan S. und ich (Martin G.) uns zum Vogesen Marathon getroffen, um die Route "Super BRV" zu fahren, welche mit 228km und 4.550hm die längste Strecke ist. Kilometer und Höhenmeter können wir nicht so genau bestätigen, da die suboptimale Streckenführung uns ein paar mal in die Irre führte.




Grund dafür waren die zur Führung gedachten Pfeile auf der Straße, welche relativ klein ausfielen und darüber hinaus auch nicht immer vorhanden waren.





Insgesamt gab es noch weitere 3 Strecken über 86km, 133km und 214km. Gestartet wurde in Horbourg-Wihr bei Colmar, wobei die ersten 30km relativ flach losgingen. Danach kamen mehr oder weniger giftige Anstiege auf sehr vehrkehrsarmen Stecken durch die ...


... wunderschönen Vogesen.





Unser relativ ambitioniertes Tempo hat mir dann im letzten Drittel deutlich meine Grenzen aufgezeigt, so dass ich froh war, ...








... wieder im Ziel angekommen zu sein.

Bei unserer anschließenden Verköstigung haben wir noch philosophiert, ob die Strecke anstrengender als der Ötztaler war. Ein Grund dafür könnten die wechselnden, giftigen Anstiege, der relativ schlechte Straßenbelag und der fehlende Windschatten vorausfahrender Gruppen sein, zumal wir zeitweise Gegenwind hatten, der das aufziehende Regenwetter ankündigte. Oder war es vielleicht doch die fehlende Fitness.....? Wie auch immer. Geregnet hat es übrigens erst auf der Heimreise mit dem Auto. Nichts desto trotz würde ich den Brevet wegen der schönen verkehrsarmen Landschaft weiterempfehlen und auch wieder fahren.


Gruß Martin

Stefan: "Ich halte das BRV+ für härter (unsere Zahlen: 242km, 10,5 Std., 23,5km/h und 4.980 hm)!"

Dienstag, 26. Juni 2012

Alb extrem 2012

Diakonie ist ...

... wenn man’s trotzdem macht!

Ich weiß, ein magerer Spruch für eine großartige Sache. Aber in diesem Jahr ist es mein Leitvers für Albextrem 2012. Und vielleicht mag auch der eine oder die andere aus unserem Fund Racing Team so gedacht haben, als er oder sie in die Pedale trat.

Vielleicht aus anderen Motiven.
Schmerzendes Knie zum Beispiel.
Oder Wolf fährt mit.
Oder die Frage nach dem Sinn und überhaupt.

Bei mir liegt der Fall in diesem Jahr etwas anders. Schmerzendes Knie, Wolf und ab Söhnstetten die Frage nach dem Sinn und überhaupt sowieso. Aber in diesem Jahr muss ich zum ersten Mal ohne Willi antreten.


Noch ist Christoph fit!
Willi? Mögt ihr fragen. Wer ist Willi?
Nur zwei Beschreibungen seien exemplarisch genannt:

1. Sein Lieblingswort ist „wunderbar“.
2. Er ist ein prima Windschatten.

Willis wunderbarer Windschatten. Der also fehlt mir.



Aber: Diakonie ist, wenn man’s trotzdem macht!
Außerdem habe ich am Samstagabend noch die Tageslosung für Sonntag memoriert. Ein Wort aus dem Buch Hiob (!!!): „Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe.“ (16,19)

Das ist besser als jeder Windschatten, sage ich mir, und wage es nun zum vierten Mal, die Albextrem zu fahren. Wieder ein Jahr älter. Wieder zwei Kilo schwerer. Wieder drei Tausend Höhenmeter. Das sind die Konstanten.

Vor der Diakonie Verpflegungsstation

Und natürlich das Meer anderer Blau-Weißer aus dem Team, von dem man ein Teil sein darf.
Obligatorisch das Foto vor der Kirche.
Obligatorisch auch die Frage, mit der jede Unterhaltung beginnt. „Und? Trainiert?“

Christoph und Willi

Obligatorisch offenbar auch die Antwort: „So schlecht war’s noch nie!“
Ich wähne mich in Sicherheit: Alle schlecht trainiert. Alle wollen einfach nur durchkommen. Alle gleicher Stand.
Von wegen!


Ab Kilometer 60 fahren meine zwei Leidensgenossen Karin und Ottmar und ich allein durch Wald und Flur. (Fast) alle anderen haben vermutlich schon die wieder bestens ausgestattete Diakonie-Verpflegungsstation in Weiler o.H. hinter sich.






Ich unterscheide ab sofort also zwischen „Untrainierten“ und „ganz Untrainierten“. Untrainiert sind alle. Außer Karin, Ottmar und ich. Wir sind es ganz. Und das lassen wir uns auch nicht nehmen!
Wer hat, fragen wir stolz, die 15%-Attacke hoch nach Lauterburg ganz untrainiert überwunden? Wir drei.
Wer hat ganz untrainiert dem Gegenwind zwischen Hofstett-Emerbuch und Türkheim standgehalten? Wir drei.


Verdiente Pause

Wer kam ganz untrainiert nach zwölf Stunden ins Ziel?



Ottmar und Karin

Wir drei.
Das ist unser letzter Stolz! Lasst euch das gesagt sein, ihr „Untrainierten“!
Eben fällt mir noch eine dritte Kategorie ein: die „wirklich Untrainierten“. Das sind die, die in diesem Jahr nicht mitgefahren sind. Wir haben euch vermisst! Euch allen sei Mut machend gesagt: Fahrt nächstes Jahr ruhig wieder mit! Denn, wie gesagt, alle Untrainierten sind ins Ziel gekommen. Die einen früh, die anderen spät. Aber alle glücklich. Extrem glücklich:

Dass „der Fürsprecher in der Höhe“ einmal mehr die Kraft und die Geduld gab, das Extreme zu bewältigen.
Dass ER uns ein traumhaftes Wetter bei angenehmsten Temperaturen geschenkt hat. Dass ER sogar zuletzt noch kühlendes Nass auf die „ganz Untrainierten“ hat regnen lassen.
Wunderbar! Wirklich! Und wahrhaftig!

Nicht nur deshalb wird sich wohl mein Leitvers für die Albextrem 2012 auch ins nächste Jahr hinüber retten lassen. Bis zur nächsten Anmeldung zur Albextrem 2013.

Denn: Diakonie ist, wenn man’s trotzdem macht!

Christoph Wiborg


Montag, 25. Juni 2012

Dreiländergiro Ergebnisse

Unser Diakonie Fund Racing Team hat sich tapfer beim Dreiländergiro geschlagen. Herzlichen Glückwunsch! Hier die Ergebnisse:

Stecke A: 168 Km, 3.300 Höhenmeter; Reschenpass, Stilfser Joch, Ofenpass


Michael Schick         6:12:05 Std. (Michael hat seine Bestzeit vom letzten Jahr unterboten!)

Jochen Böhringer      6:27:59 Std.

Daniel Ries               7:10:45 Std.

Monique Werning     8:28:54 Std.

Thomas Pabst          8:28:56 Std.

Uwe Kleiner             9:16:21 Std.

Joachim Schwarz     9:16:22 Std.


Strecke B: 134 Km, 2.020 Höhenmeter; Reschenpass, Ofenpass

Franz Fuderer 6:59:29 Std.


Der Erfahrungsbericht eines Teilnehmers folgt.
Stefan: "Die Ergebnisse vom 3-L-Giro: beeindruckend, grosse Klasse!"

Sonntag, 24. Juni 2012

29. Alb extrem

Heute startet unser Team an 3 Orten gleichzeitig:


Zum absoluten Höhepunkt des Jahres, Alb extrem, sind trotz vieler Abmeldungen im Vorfeld immer noch 98 Biker gekommen. Fast so viel, wie im vergangenen Jahr.  

... und hier als Weste

... hier mit Ärmel
       Unsere Multi-Jacke, mit unserem neuen Sponsor, der Evangelischen Kreditgenossenschaft Kassel (EKK), ist schon von einigen bestellt worden. Sie ist ausgesprochen funktional und findet schon im Vorfeld großen Anklang. Den Härtetest allerdings muss sie erst noch bestehen. 






Etwas kühl ist es noch, aber es ist schönes Wetter und so  fahren alle pünktlich und gut gelaunt los. ...
Alle? Nein, da muss erst noch ein Schaltzug erneuert werden. Wie gut, dass Alb extrem diesen Service liefert.



 Es macht schon Eindruck, wenn man an der Straße steht und 4.000 Biker an sich vorbei ziehen lässt. Und wohin man schaut, überall sind die Diakonietrikots zu sehen.




Ein Biker zu seinem Nachbarn: "Tausende sind heute von der Diakonie mit dabei."






... Und manchem hat dieser Gruß vor dem Verpflegungsstand der Diakonie ein Lächeln in's Gesicht gezaubert.

Nicht nur die Diakonie Fahrer, sondern auch der eine oder andere Außenstehende nutzen das köstliche Angebot, das "Willi's Frauen" zubereitet hatten. Ein Biker zu seinem Nachbarn: "Jetzt haben sie auch noch einen eigenen Verpflegungsstand!"

Und Antje: "Ein ganz großes Danke schön nochmals für die Diakonie Station am Sonntag! WC Delux für uns Damen - immer ein absolutes Vergnügen.
Der Zitronenkuchen war zum Reinlegen gut, ich hätte am liebsten den Rest davon in die Trikotasche gepackt um davon naschen zu können während der folgenden Kilometer! Ganz, ganz toll und immer wieder ein Highlight im Alb Extrem Rennen!"

Und das ist nicht mehr zu überbieten: Eine fachgerechte Massage erleichterte nicht wenigen von uns das Weiterfahren.






   

Doch es ist auch schön, nach so einer langen Tour, im Ziel anzukommen ...
und endlich entspannen zu können.







 Martin und Stefan fuhren nach Frankreich zum Brevet Randonneur des Vosges.
Und 10 Biker sind in Nauders beim Dreiländergiro.

Es wird also eine interessante Woche werden, wenn nach und nach die Erfahrungsberichte von diesen drei Veranstaltungen eintrudeln.

Alb extrem rückwärts
Und hier noch ein Bild von der Südwestpresse:


 http://www.swp.de/ulm/bilder/cme1178446,844492.html 

Donnerstag, 21. Juni 2012

5 Flüsse RTF Berglern und MTB Runde um den Wetterstein bei Garmisch


Letzten Samstag (16.6.) sind Monique und ich bei der RTF in Bayern „5 Flüsse RTF Berglern“ mitgefahren.
Geplant war die große 160er Runde, die erst flach ist, dann aber hügelig wird.
Aber nach der 2. (reichlichen) Verpflegung haben wir abgekürzt.
Auf dem Tacho hatte ich zum Mittag ca.35°C (!!) in der Sonne ohne Schatten.
Wir haben aber dann mit Hin- und Rückfahrt doch noch 130km und 500hm zusammen bekommen.


Am Sonntag stand dann eine MTB Runde um den Wetterstein bei Garmisch auf dem Plan.
Super Wetter, super Bike Region und eine Menge Spaß mit Gleichgesinnten.
Es waren dann knapp über 80km und 2500hm.
Genug für den Tag, den wir dann mit leckeren Grillgut und Erdinger alkoholfrei ausklingen ließen.

Sportliche Grüße
Thomas

Mittwoch, 20. Juni 2012

100km Regen, 100km Gegenwind, 100km Trance, … was ist das ?

Vätternrundan / Schweden


beim Auslaufen aus dem
Kieler Hafen


 Bei den Leipziger Diakonikern und dem Neuseen-Classic-Rennen 2011 höre ich zum erstenmal von Vätternrundan. Wir wollten eine Gruppe zusammenstellen und beim legendären Schwedenklassiker, der 300km Strecke um den Vätternsee starten.

Wer die Forum-Texte liest, weiß wie die Dinge sich entwickelten:
Wir waren mit den Anmeldungen zu spät dran, … ausgebucht.
Erst im Februar kann ich noch einen Startplatz erstehen.
Doch fast hätte ein nur 2,5mm kleines, giftiges Tierchen die geplante Skandinavienfahrt verhindert. Ein Zeckenbiss samt Riesenschwellung und Fieber – 2 Tage vor der Abreise – stellen die Teilnahme in Frage.
Antibiotika und Optimismus lassen mich trotzdem fahren.


Beim Sightseeing am Hafen
 Nun liegt ja Motala – von Esslingen aus gesehen – nicht gerade um die nächste Ecke, wie z.B. Birenbach, oder Ottenbach, … also ist die erste Überlegung, wie komme ich hin. Ich entscheide mich für die bequeme Variante, Fähre von Kiel nach Göteborg. 14 Stunden an Deck der Stena-Line und schon sind die Tage viel länger. Von Göteborg sind es noch weitere 260km nach Motala.





Zelt des schwedischen Teams
auf dem Messegelände
In diesem malerischen Städtchen am Vätternsee ist schon am Donnerstag vor dem Rennen zu spüren: Alles dreht sich um das Rad.
Die Kommune bereitet sich darauf vor, dass ca. 30.000 Radsportler die Stadt überfluten, die selbst nur über 30.000 Einwohner verfügt.
Anreisende PKWs mit Velos auf dem Dach, provisorische Campingplätze für Radler mit Wohnmobilen und Zelten, Verkaufsstände mit allerlei Rad-Zubehör,
Aussteller mit den edelsten Rad-Labels, Wirte die sich mit ihren verschiedenen Pasta-Angeboten gegenseitig überbieten … und überall sportlich aussehende Leute mit definierten Waden.




6 Minuten vor dem Start, ...
das Diakonie-Trikot trage ich wirklich
unter der Regenjacke
Am Freitagabend 20.30 Uhr beginnt das Spektakel.
Die nördlichen Nächte im Juni kommen dem Geschehen entgegen, … nach nur 3,5 Stunden Dämmerung beginnt schon wieder der nächste Tag.
Alle 5 Minuten werden 200 Starter auf die Strecke geschickt. Die langsameren Teilnehmer starten während der Nacht, die schnelleren am frühen Morgen.
Ich darf als Teilnehmer aus Tyskland um 5.30 Uhr starten …
bei Regen und frischen 10 Grad.

Nach der ersten Stunde Regenfahrt habe ich die Befürchtung, dass der erhoffte „Schauer“ eher ein Dauerregentag sein wird. Das nagt an meiner Motivation.

Zweifel kommen auf. Hätte ich doch die Zeckenbiss-Auswirkungen ernster nehmen sollen? Wie wird sich die Antibiotika-Medikation und die damit verbundene Körpergewichtszunahme von 5kg auf meine Leistung auswirken?
Den Regen löst nach 100 km ein böiger Gegenwind ab, … auch nicht gerade euphorisierend.
Zwei Verpflegungsstellen lasse ich wie geplant aus, fünf nutze ich. Es gibt Blaubeersuppe, Köttbullar, Rosinenbrötchen und Salzgurken!?
Im 2. Drittel zähle ich jeden Kilometer.

Schatten auf dem Gehweg


Auf die letzten 100km kommt die Sonne durch die Wolken. Die Temperaturen klettern auf warme 18 Grad. Ist es der „Schub“ von 3 Tassen Kaffee an der Verpflegungsstelle Karlsborg, sind es die veränderten Wetterbedingungen, oder die Tatsache des fast schon greifbaren Ziels,
… das letzte Drittel erlebe ich wie in Trance. Trotz des „nassen“ Beginns und des „windigen“ Gegners kommt nun wieder Freude auf. In verschiedenen zügigen Gruppen kann ich mitmischen.
Die Anstrengungen der zurückgelegten Kilometer sind kaum mehr zu spüren.

Mehrere super-groups („sub 8“, d.h. Zeiten von weniger als 8 Stunden auf 300km) kommen „vorbeigeflogen“, von Motorrädern vorne und hinten abgeschirmt.
Nun verstehe ich auch die außergewöhnlichen Startmodalitäten des Veranstalters: die langsameren Starter kommen gemeinsam mit den schnellen in einem Zeitfenster von ca. 3 Std. an. So genießen auch Radler mit längeren Rennzeiten den Applaus von Hunderten Zuschauern beim Durchfahren der letzten Kilometer nach Motala.
Beim Passieren der Zielschleife misst mein Chip eine Zeit von 11 Std. 47 Min.
Meine Zielsetzung war eine Zeit von unter 11 Stunden, … aber wahrscheinlich habe ich an der einen oder anderen Verpflegungsstelle doch etwas zu lange relaxt.

Jo mit Medaille
 Teilgenommen haben an dem 300km Rennen 19.055 Starter,
davon haben es 16.805 Starter bis ins Ziel geschafft.
An den kürzeren Strecken haben sich weitere 10.490 Starter gemessen.

Jedenfalls ist Skandinavien eine Reise wert und es gibt dort weitere Herausforderungen. Vielleicht im nächsten Jahr „Trondheim-Oslo“ ???

Joachim.

Dienstag, 19. Juni 2012

Säntis Classic am 17. Juni

Da Fabian schon einige Zeit in der Schweiz lebt, haben wir beschlossen, eine Familienausfahrt zu machen.
Nach einer schönen Einradel-Tour am Samstag durch das Appenzellerland und das Rheintal ging´s am Sonntag zum Säntis Classic nach Weinfelden.


Bei sommerlichem Wetter starteten wir durch eine hügelige Landschaft in Richtung Berge.


Das Wetter verschlechterte sich mit jedem Höhenmeter des steilen Anstiegs zur Schwägalp und es wurde kühler, was uns nicht ungelegen kam!


Am höchsten Punkt auf 1350 Metern wurden wir von Alphornklängen begrüßt und nach einer zünftigen Verpflegungspause mit Käse, Biberli usw. ging´s hausdächlesmäßig auf der anderen Seite wieder hinunter in sanftere Topografie, bis wir nach 130 Kilometern und 1800 Höhenmetern ins Ziel kamen.


Wir können die Veranstaltung hinsichtlich Organisation, Streckenführung und Landschaft „wärmstens“ für nächstes Jahr empfehlen!

Grüsse von den Müller`s

Montag, 18. Juni 2012

Fahrt nach Berlin am 16. Juni

Brandenburger Tor
Auf der Elbe
Einer unserer Biker, Uwe, er gehört gleichzeitig zur Leipziger Diakonie Gruppe, ist mit der Leipziger Gruppe nach Berlin gefahren. Wie schön, dass wir Freunde auch in Leipzig haben!