Montag, 15. Juli 2013

Transalp Erfahrungsbericht



Die Tour-TransAlp ist ein absolutes Highlight im Jedermann Rennsportkalender, wie jedes Jahr musste man schnell sein um überhaupt einen der begehrten Team-Startplätze zu ergattern. Monatelang hat man dann dieses Ziel vor Augen und versucht sich optimal darauf vorzubereiten. Entsprechend nervös ist man dann am vor dem Start.
 
Da es für mich die 2. TransAlp war, ging ich dieses mal entspannter ins Rennen. Doch kaum ist die 1. Etappe gestartet, dann geht der Pulsschlag an den Anschlag. Ich hatte das Gefühl, die anderen fahren wie entfesselt. Wir drei starteten gemeinsam in der 2. Startgruppe, so konnten wir im flachen Startabschnitt das Führungsfahrzeug bis nach der Grenze Österreichs vor uns sehen. Nachdem wir bei Sonnenschein in Sonthofen gestartet waren, fuhren wir nun direkt in das schlechte Wetter hinein. Die Straßen waren nass und es nieselte, am Hochtannbergpaß fuhren wir dann in eine richtig neblige Waschküche, die Gläser beschlugen sodass man besser ohne Brille fuhr. Ich Ziel war ich sehr erleichtert, dass ich die erste Etappe ohne Probleme überstanden hatte.
 
 
Die zweite Etappe wurde wegen Schneefall abgesagt. Ich packte mich warm ein (4 Lagen) und wir fuhren neutralisiert von St. Anton nach Imst.
Am dritten Tag war wieder Regen angesagt und so musste ich wieder die komplette Regenausrüstung mitnehmen. Gleich am ersten Anstieg waren die Straßen nass und es regnete wieder. Richtung Schweiz wurde das Wetter dann besser und es kam die Sonne heraus.
 
 
Am vierten Tag stand die schwerste Etappe mit 4000hm über das Stilfser Joch an. Da Martin am Vortag einen Defekt und dadurch viel Zeit verloren hatte, starteten wir gemeinsam. Über den Ofenpass bis St. Maria wurde die Etappe neutralisiert gefahren, bis zum Fuße des Stilfer Jochs fuhr ich gemeinsam mit meinem Teamkollegen Peter. So eine lange Steigung von 1800hm fährt jeder besser in seinem eigenen Tempo, ich ging die Steigung mit gleichmäßigen Tempo an. Es geht einem jedesmal das Radfahrerherz auf wenn man aus dem Waldstück herausfährt und die restlichen Kehren bis zur Passhöhe vor sich sieht. Ich konnte mein Tempo gut halten, doch in den letzten Kehren merkt man schon deutlich, wie durch die sauerstoffarme Luft, die Geschwindigkeit immer mehr absinkt. Kurz vor der Passhöhe fing es dann zu schneien an. Auf den langen Arbeit wurde es dann ganz schön kalt, und ich freute mich, als es dann im Tal wieder ein bisschen wärmer wurde. 


Der fünfte Tag begann mit frostigen Temperaturen aber herrlichem Sonnenschein. Heute sollte der Mortirolo mit seinen steilen Rampen bezwungen werden, ich hatte keine guten Erinnerungen an diesen Pass. Vor 2 Jahren mussten wir ihn bei großer Hitze fahren. Ich hatte deshalb ein 32-er Ritzel montiert um ihn flüssiger hochfahren zu können. Zum Glück war es dann nicht so heiß, und ich konnte mit wesentlich weniger Schweißverlust den Pass bezwingen. Es folgte dann eine enge schnelle Abfahrt auf der dann unter anderem die Führenden der Masterswertung stürzten und das Rennen aufgeben mussten. Ich hatte vor der Abfahrt meine Beinlinge und Überschuhe nicht angezogen und war dann im Tal total ausgekühlt. Da nun aber eine Pass Ankunft auf dem Programm stand, wurde mir bald wieder warm.
Nun waren die größten Schwierigkeiten der Trans Alp geschafft und ich freute mich sich schon auf die Ankunft in Arco am Gardasee.
 
 
Am sechsten Tag stand nun aber die längste Etappe des diesjährigen Trans Alp an. Das Wetter war wieder schlecht, sodass sich die Veranstalter entschieden am Passo Tonale warme Suppe und Tee auszuschenken. Die lange Abfahrt vom Tonale war sehr kalt, ich war daher sehr froh, das ich wieder warme Sachen dabei hatte. Zum Glück war der Regen nicht sehr stark und ich wurde mehr von unten als von oben nass. Die Zeitnahme erfolgte dieses mal auf der Kalterer Höhe und so konnte ich die letzten 9km ins Ziel locker ausrollen.
 

 Es hat mich sehr gefreut das Martin und Stefan am letzten Tag zu mir in den Startblock kamen und wir die letzte Etappe gemeinsam fuhren. Zu Beginn im Flachstück machte meine Teamkollege Peter die Pace und wir konnten gleich viele Plätze gutmachen. Am Fuße des 1. Anstiegs verabschiedeten wir uns von Peter und fuhren gemeinsam die beiden letzten Anstiege bis ins Ziel.


Im Ziel angekommen, fällt dann die ganze Anspannung von einem ab und man ist einfach nur glücklich und erleichtert, dass man es wieder geschafft hat. Ich konnte diese TransAlp trotz des schlechten Wetters viel mehr "genießen", da ich durch die tiefen Temperaturen besser regenerieren konnte. Die gewerteten 6 Etappen konnte ich mit einer Gesamtzeit von 30:12 Stunden beenden.
 

Besonders bedanken möchte ich mich bei Heinz, der mich immer wieder freudestrahlend am Start verabschiedet und im Ziel geduldig erwartet hat.
 
Achim

Sonntag, 14. Juli 2013

1. Sternfahrt Stuttgart am 14. Juli

 
Sternfahrt Stgt. - Diesmal was Neues.
 

Zu viert traten wir  zur Sternfahrt nach Stgt. an. Charly kam aus Plochingen, wir anderen starteten in Esslingen.
 
 
Auf abgesperrten Straßen ging es dann los. Langsam, denn jeder sollte dabei sein können.
Einziges Problem war, dass ich immer wieder klären musste: Will nun mein Vordermann absteigen oder fährt er noch?
 
 
Und ... wie bei einem Rennen ... viel begeistertes Publikum!
 
 
Am Ziel angekommen war Frau Klein (sie ist im Diakonischen Werk für uns zuständig) mit ihren Kindern auch schon da.
 
 
In ihr Trikot können sie noch reinwachsen!
 
 
Und was wäre das alles ohne Abschluss?
Nur dass es heute kein Abschluss war, wir mussten ja wieder zurückfahren.
 
Joachim:
Die von uns in Stuttgart verteilten "Fundracer" Info-Broschüren haben so manches Gespräch eröffnet.
Es bleibt zu hoffen, dass durch diese direct-marketing Aktion vielleicht neue Sponsoren auf uns aufmerksam geworden sind.
Und wir konnten durch unser Auftreten das Interesse von anderen Radlern wecken, in unserem Team Mitglied zu werden.

Sonntag, 7. Juli 2013

Neckar-Gäu-Nagold am 7. Juli

Haben wir nach Alb extrem schon alles Pulver verschossen?
 
 
Fast ...
... Jürgen ist dabei, wenn er auch sein Rad zum Startort hintragen muss!
 
 
Und Joachim, obwohl wir ihm keine 500km, nicht einmal 300km bieten können, sondern nur 121km.
 
 
Das war's dann schon mit mir zusammen!
 
 
Eigentlich schade, denn die Strecke verlief häufig über ausgesuchte und gut befahrbare Radwege, jedenfalls am Anfang. ...
Da ich mich verfahren habe, die Strecke wieder gefunden, wieder verfahren, wieder gefunden und noch einmal verfahren, weiß ich den Rest nicht so genau.
Da es auch anderen so erging, wenn auch nicht so drastisch, kann es nicht ausschließlich an mir gelegen haben.
 
 
Die Hocketse am Schluss bot dann aber alles, was das Herz begehrt.

Freitag, 5. Juli 2013

Maratona – oder der vorhergesagte Schneesturm

Nachdem die letzten Jahre alle vom Maratona geschwärrmt haben (tolle Strecke, schöne Landschaft), wollte ich dieses Jahr auch endlich mal mitfahren und habe über die MSG-Lindau einen Startplatz ergattert.

Die Wetterprognose für genau dieses Wochenende war aber, um es vorsichtig zu sagen, nicht gerade optimal. Ein paar MSG’ler sind schon am Mittwoch in die Dolomiten gefahren und wollten sich einradeln. Daraus wurde leider nix, da das Wetter eher an die Skisaison erinnerte und ca. 10cm Neuschnee bis in die Täler zu bewundern war. An Fahrradfahren war nicht zu denken und den Marathon bei den Bedingungen zu fahren… Naja, ab Mitte der Woche wurde die Wetterprognose etwas besser und es war zumindest kein Schneefall mehr vorhergesagt.
 
 

Vorsichtshalber kommen in die Tasche alle warmen Klamotten, Regenüberschuhe, Winterhandschuhe, Mütze, usw., man weiß ja nie. Am Samstag war ich dann positiv überrascht, dass es in Arraba tatsächlich einigermaßen trocken ist und wir noch eine kleine Runde über den Campologno rollen.

 
Am Sonntagmorgen ist es dann aber ziemlich kalt, da es über Nacht aufgeklart hat und damit keine Wolke am Himmel zu sehen ist. Zum Start muss ich den Campologno runter nach La Villa, das Wetter wird heute prächtig. Da ich zum ersten Mal dabei bin, muss ich in die letzte Startgruppe (und damit sind ca. 6.500 Fahrer vor mir), was sich später noch als ganz schön nervig heraus stellt. Zum Glück sind wir ziemlich früh dran, sodass wir wenigstens in der letzten Gruppe „vorne“ sind.
Startschuss 6.30Uhr und es tut sich bei uns nix.. 6.40Uhr.. Immer noch nix.. 6.45Uhr rollen wir gefühlte 300m und stehen dann wieder.. 6.50Uhr.. man kann sich mal einklicken.. Dann geht’s endlich los und ich überquere endlich die Startlinie. Aber bereits am Campologno ist wieder Schluss mit fahren, Rush-hour oder „wie lange kann ich eingeklickt auf der Stelle stehen bleiben“. Ich habe noch nie erlebt, dass an einem Pass solch ein Masse an Rennradler fährt und an fahren im eigentlichen Sinne nicht zu denken ist. An der Passhöhe (bei km 10 und 400hm) bin ich ziemlich erstaunt, die ersten Fahrer machen Pause und packen einen Riegel aus. Wie die das wohl ins Ziel schaffen, nach dem leichtesten und ersten Pass?

Die Strecke zum Pordoi ist immer noch ziemlich voll und man muss sich durch die Massen kämpfen, Beine fühlen sich heute aber gut an.  Der Pass ist toll zum fahren, nicht wirklich steil und schöne Serpentinen. Danach geht’s in die Abfahrt und mal wieder stelle ich fest, dass die Fahrer mit Carbonfelgen bei schnellen Abfahrten und Serpentinen keine Chance haben und bei starken Bremsmanövern es stinkt wie verbrannte Katze. Am Gardena und Sella habe ich dann fast freie Fahrt und kann einigen Plätze gut machen, insbesondere auch bei den Abfahrten.

Nachdem der Campologno das 2.te Mal geschafft ist, halten sich in meiner Gruppe alle ein bisschen zurück und wollen wohl Kräfte für den Giau sammeln. Auch ich hab noch ordentlich Respekt und will mein Pulver nicht jetzt in der Anfahrt verschießen. Der Giau stellt sich einem wie eine Wand in den Weg, unten ziemlich steil und unangenehm zu fahren. Mit einem anderen Fahrer bilde ich ein Duo und wir kommen gut voran und machen viele Plätze gut. Irgendwann erzählt er mir, dass es oben flacher werden soll, nach dem Wald.. Naja, davon spürt man eigentlich nix, zumindest ich nicht wirklich. Oben kurze Pause und 4 Cola reingepresst, dann in die Abfahrt und zum Falzarego. Der Pass läuft auch gut, besser wie gedacht dank des letzten Riegels. Die restlichen Km zum Ziel habe ich eine schnelle Gruppe und kann wieder Plätze gut machen. Leider hat es nicht für unter 6h gereicht, wenn ich gewusst hätte dass es so knapp wird, dann…

War ein tolles Rennen, super Wetter trotz Schneefall am Donnerstag und Freitag. Nächstes Mal muss die 6h Marke fallen J

Micha

Donnerstag, 4. Juli 2013

Transalp Erlebnisbericht

„Aus den Alpen zurück können wir Einiges erzählen über das Abenteuer Rennrad-Transalp:


Am ersten Tag ist Stefan noch frisch

Nach nervösem Start in Sonthofen und schneller Fahrt nach St. Anton fiel die zweite von geplanten 7 Etappen  dem Schnee auf  den drei  vorgesehenen Pässen zum Opfer. Wir sind Montag neutralisiert die 50 km in den nächsten Etappenort Imst gerollt.

Das sagt schon das meiste über´s Wetter vergangene Woche: sehr kühl bis saukalt und oft feucht bis nass, nur am letzten Tag schien meistens die Sonne, zwischen 13° und 23° sind für den Gardasee aber auch nicht gerade üppig.
Der letzte steile Stich vor Kaltern
 
Gottseidank haben wir es ohne Erkältung durch gestanden, und unseren Hintern tat die Kühle auch eher gut. Ich weiß nicht, wie viele Hektoliter wir mehr zu trinken gebraucht hätten, wäre das Rennen eine Woche früher gewesen. Wie immer also: es hat alles sein Gutes, wenn man es sehen will oder kann… Aber z. B. die 50km-Abfahrt vom Tonnale-Pass bei 5° C. und Regen war richtig brutal, Gott, haben wir gefroren!
Wir sind gut und nur mit kleineren Remplern heil durch gekommen; es gab gleich am ersten Tag einen Toten und einen Schwerverletzten und jeden Tag wurden die Schrammen mehr, die man bei den Mitradlern gesehen hat. Einzelne Abfahrten wie die vom Passo di Guspessa sind aber auch echt kriminell, bis 20% steil, eng, schlechter Belag, unübersichtlich, kein Wunder, dass da alle paar Meter jemand lag oder im Wald stand.
Dieses Trikot ist hart erarbeitet!
 
Martin und ich hatten einen guten Start, aber am zweiten Wertungstag schlug die Technik zu: bei Martin klemmte der Freilauf. Weil immer der Langsamere im Team gewertet wird und er eine Stunde auf Material warten musste, stürzten wir im Ranking bei den Grand Masters von 36 auf 90 ab (von 138 Teams in dieser AK; Gesamtrang 220 auf 548). Dann folgte die Aufholjagd und unsere stärkste Leistung: die drei letzten Pässe der vierten Etappe mit fast 4000hm (http://www.tour-transalp.de/de/strecke/zernez-livigno/ ) sind wir sehr flott gefahren und so lagen wir abends wieder auf dem 204. Gesamtrang. Das brachte uns für einen Tag das Trikot des aktivsten Teams: http://fundracingteam.blogspot.de/2013/06/auf-dem-podium.html

Weil die folgenden Etappen auch alle nicht von Pappe waren, rutschten wir im Gesamtklassement zwar wieder leicht ab, verbesserten uns aber jeden Tag in der AK; zum Schluss hatten wir den 33. Platz erreicht, auf den wir unter den Bedingungen echt stolz sein können.

Die gewerteten 736km haben wir in 30:01 Std. abgespult, das ist ein knapp 26er Schnitt im Hochgebirge (brutto, ohne Pausen wäre es noch etwas schneller).

 Wegen der aufmerksamen –aber auch anspruchsvollen- Begleitung durch unseren Teamchef konnten wir uns auf´s Radfahren konzentrieren und über die Woche meistens gut erholen.

Stefan und Achim im Ziel in Arco

Die Fahrt nach Arco am letzten Tag haben wir dann über die 100km und 1.600 hm nochmal schneller als mit 31km/h hinter uns gebracht.

 Ob wir´s nochmal machen? Am Sonntag gefragt sicher nicht (zu stressig und gefährlich, immer dieser künstliche Hype), aber wer weiß, wie wir morgen denken…

 Stefan“

 



Nachtrag Martin: 

Bei mir war es das 2te Transalp-Rennen das ich jetzt durchgestanden habe - mit etwas anderen Eindrücken wie beim ersten mal. Erleichtert sind wir vor allem, dass es bei uns keine Stürze oder sonstige Verletzung gegeben hat, vor allem in Hinblick auf den Todesfall bei der ersten Etappe. Ich denke noch jetzt mit Schaudern daran.

Martin im Ziel


Selber kann ich es noch kaum fassen, dass ich nach meiner Operation und dem anschließenden minimalen Trainingsaufwand doch noch so gut fahren konnte. Auch bei Stefan möchte ich mich bedanken - ich finde wir haben richtig gut harmoniert - ist bei so einer Strapaze auf engstem Raum auch nicht selbstverständlich. Zum guten Schluss auch meinem Vater Heinz, der uns immer wieder motiviert und jeden Abend die Berichte geschrieben hat.

Sportliche Grüße an alle
 
Martin

Mittwoch, 3. Juli 2013

Maratona dles Dolomites




Mein erster Maratona stand an und ich war froh, dass ich nicht wie zuerst geplant im Zelt übernachten musste, sondern mir mit Joachim eine FeWo teilen konnte. Gemeinsam am Freitag vormittag im ruhigen und beschaulichen Städtchen La Villa angekommen, waren ein paar wenige Radler unterwegs.
 
 Am Vortag des „Dolomiti“ langweilt sich einer der 12 stationären
 Kameramänner vom italienischen RAI-TV noch vor der malerischen
 Bergkulisse (4 weitere filmten das Rennen aus Hubschraubern)
 
Das neue „Maratona“-Monument, … ein begehrtes Fotomotiv

Nur einige Absperrgitter und ab und an ein Werbeplakat deuteten auf den Maratona hin. Im Laufe des Nachmittags und am Samstag, dem Tag vor dem Rennen, füllten sich die Straßen mit unzähligen Radfahren. Ein geselliges Treiben stellte sich ein, die einen holten ihre Startunterlagen ab, die anderen fuhren zur Rad-Messe oder lockerten ihre Beine. Die Anspannung stieg von Stunde zu Stunde.

 

 … manche betrachten zweifelnd die Dolomiten-Gipfel,
    die sie am nächsten Tag erklimmen wollen

 endlich, … die Maratona-Organisatoren haben nun ihre Trikot-Farben
                  denen der Fundracer angepasst ;-) … ,
                  allerdings machte diese farbliche Anpassung die Suche nach den Teamkollegen
                  unter 9000 Teilnehmern im Zielbereich nicht einfacher, …
Alle fünf Diakonie Fundracer waren Nachrücker und hatten keinen Einfluss auf ihren Startplatz. Hilde, Norbert, Michael und Joachim hatten kein großes Glück und mussten vom letzten Startblock aus starten. Ich hingegen stand weit vorne im 2. Startblock. Mit uns am Start waren 9000 weitere Radfahrer aus sehr vielen unterschiedlichen Nationen. Dazu kamen die radfahrbegeisterten Zuschauer, die den Start zu einem unglaublichen Event mit Musik, Tanz und Show machten das ich bislang nur aus den Übertragungen der Tour de France kannte. Als dann noch 4 Helikopter über dem Start kreisten und für das italienische Fernsehen das Rennen live übertrugen stellte sich das Rennfeeling ein und es konnte auf vollständig gesperrten Straßen losgehen.


 ... morgens gegen 5.45 Uhr finden sich 4 Fundracer in der Startaufstellung. 
Am Start war es morgens mit ca. 5 °C doch sehr frisch, jedoch kam schnell die Sonne zum Vorschein und es wurde von Minute zu Minute wärmer. Das herrliche von der Sonne angestrahlte Dolomiten-Panorama war den ganzen Tag über zu bewundern.
 
... Hilde findet noch Zeit, um mit den Jagdhorn-Bläsern zu flirten.

 
Foto: Sportograf
... an den Dolomiten Pässen müssen Alle leiden.
Begleitet von den Helikoptern führte meine Stecke über 138 km und 4190 Hm über 8 Dolomitenpässe, die wären 2 x Campolongo, Pordoi, Sella, Grödner, Giau, Falzarego und Valparola.
 

Foto: Sportograf
... Hilde und Norbert beim Überfahren der Zielschleife.  



 Im Zielbereich
Sturz- und Pannenfrei kamen wir alle fünf wohlbehalten im Ziel an. Meine erreichte Zeit konnte ich nicht wie die anderen mit der des Vorjahres vergleichen, aber ich war überrascht dass auch ein Bergzeitfahren am Campolongo und am Giau aufgezeichnet wurde - wenn ich das gewusst hätte....

 
 müde Fundracer nach dem Rennen, …
                 (Norbert, Hilde, Micha, Martin und Joachim)
                 Aber alle sind sich einig: „wir waren Teilnehmer an einer herausragenden Renn-Veranstaltung“.

 
Im Ziel erwartete uns eine erstklassige und professionelle Verpflegung für alle Teilnehmer und Zuschauer die ich bislang so noch nirgends gesehen habe.
Nun habe ich mir das Rennen nochmals zwei Nächte durch den Kopf gehen lassen und muss sagen, dass es absolut richtig war eine Unterkunft (FeWo!) für das nächste Jahr direkt Vorort zu reservieren - ich bin wieder dabei!

bis bald Martin


Ergebnisse:
 
Michael     138 km/4190 hm  -   6:03 h Schnitt 22,8 km/h (!!)
Martin       138 km/4190 hm   -   6:15 h Schnitt 22,1 km/h (!!)
 
Joachim    106 km/3090 hm   -  6:23 h Schnitt 16,6 km/h
Hilde         106 km/3090 hm   - 7:41 h Schnitt 13,8 km/h
Norbert     106 km/3090 hm   - 7:41 h Schnitt 13,8 km/h
 
 

Dienstag, 2. Juli 2013

Bodelhäuser Schneckentour

 
Vor der Tour
 
Am 30. Juni bin ich die Bodelhäuser Schneckentour gefahren.
Tour A : 162 km = 110 km + 52 km mit  1600 Höhenmeter.

 
 
 
 
Landschaftlich ist das eine wunderschöne Gegend und die Tour war sehr gut organisiert.
 
Nach der Tour


 
Jürgen

Montag, 1. Juli 2013

Radrennen in Skandinavien


Die Sommertage in Skandinavien

sind wesentlich länger wie in Deutschland,

 … die Radrennen auch !
 

                                   1. „Vätternrundan“   Schweden 300 km

                                   2. „Styrkeproven“     Norwegen 540 km  
 

Zu 1.: Motala in Östergötland gehört am alljährlichen Rennwochenende im Juni ganz den Radlern. Wie soll es auch anders sein, wenn in eine Kleinstadt mit 30.000 Einwohnern plötzlich 23.000 „Cyclister“ einfallen. Sogar die Restaurants sind ganz auf Radlerkost eingestellt, … Pasta, Pasta, … basta ! 


Am Vortag des Vättern-Rennens wurden meine Berliner Freunde
 und ich von einem schwedischen TV-Team interviewt.

Auf dem „Stahlross“ (Monument, installiert zum 40. Vätternrundan, Juni 2006)
 
 Kurz vor dem Start, 3.58 Uhr
 
 Meine Startzeit ist auf 4:10 Uhr festgesetzt. Der Wetterbericht sieht gut aus. Mit einer Berliner Gruppe, die ich über „rennrad-forum“ kontaktierte, wollte ich die Strecke bewältigen. Aber als sie mir in Motala eröffnen, dass sie die 300km in weniger als 10 Stunden anstreben, kapituliere ich. Das traue ich mir nicht zu. 

Meine Stopps während der ersten 200 km summieren sich auf annähernd 60 Minuten. Dass ein Rennen auch ohne solch „gemütliche“ Pausen zu meistern ist, merke ich auf den letzten 100 km. Ich finde eine sehr gute Gruppe und verzichte auf jegliche weitere Pause, um den Anschluss nicht zu verlieren. 

 
die Rennstrecke ist unterbrochen, zur Durchfahrt von Schiffen wurde eine Brücke
bei Hammarsundet hochgezogen, das verschafft mir eine 6-minütige Zwangspause

Nach 300 km im Ziel
 
Die Uhr über der Zielschleife bleibt bei mir mit einer Zeit von 10 Stunden 33 Minuten stehen, gegenüber 2012 eine Verbesserung um 73 Minuten, … damit bin ich zufrieden. Eine Zeit von unter 10 Stunden müsste also bei guten Bedingungen und kluger Pauseneinteilung auch für mich möglich sein.
 
Meine Berliner Freunde enden mit 10 Stunden 57 Minuten.
Till nästa ar i Motala.    

 

Zu 2.: Auf norwegisch heißt  ”Styrkeproven”  Kraftprobe. Die längste Strecke, die ich auf dem Rad jemals zurückgelegt hatte, war 300 km lang, … doch wer fährt schon zu Testzwecken über 500 km. Obwohl, … das 24-Stundenrennen am Nürburgring hatte ich schon erwogen mitzumachen.


Norwegen / Trondheim ist auch für Nicht-Styrkeproven-Teilnehmer eine Reise wert. 

Kurz vor dem mitternächtlichen Start


Vom Vättern-See mit dem Auto nach Oslo, … mit dem Radl im Nachtzug nach Trondheim. Das „Styrkeproven“ verläuft von Trondheim über das Dovrefjäll-Gebirge nach Oslo.Was mich dabei an landschaftlichen Eindrücken beim Rennen erwartet, kann ich vom Zug aus schon mal erahnen. In der „Nacht“ sieht man nichts ? Nicht im Norden Skandinaviens. „Nacht“ heißt Mitte Juni 3 Stunden Dämmerung. Also, … endlose Weiten, reißende Flüsse, Wasserfälle, Felsen, Wälder, Seen, …

Wer in der BRD (Bevölkerung 80 Millionen) lebt, kann erahnen, wie man Norwegen (Bevölkerung 5 Millionen, bei fast gleicher Landesgröße) empfindet, … unbewohnt.  

Habe ich mir zu viel zugemutet? Der Zug braucht für diese Strecke 8 Stunden und ich will diese Distanz - inklusive 4500 Hm - in 22 Stunden zurücklegen !?

Da stehe ich nun also mit meinem Radl in Trondheim und sinniere darüber, ob ich meine Startzeit von 0:05 Uhr Samstagnacht auf 6:00 Uhr Samstagmorgen ändern soll. Kriterium hätte die Wettervorhersage sein können, … aber es war um Mitternacht genauso Regen angesagt wie am Morgen und während des Tages.

Das Hotel, in dem ich einquartiert war, servierte für alle dort logierenden Styrkeproven-Teilnehmer am Freitagabend – 5 Stunden vor meinem Start - ein üppiges Buffet, … doch irgendwie hatte ich auf die Köstlichkeiten gar  nicht so richtig Appetit, … schlafen wollte ich auch noch ein paar Stündchen.

Bewaffnet mit Licht am Lenker, Regenmütze unterm Helm, Regenhandschuhe, Regen-jacke  (darunter selbstverständlich das Diakonie-Trikot) und Rain-Booties, warte ich um Mitternacht am Marktplatz Munkegaten auf den Startschuss.

Gestartet wird im 5-Minuten Takt in Gruppen mit ca. 100 Radlern, von Mitternacht bis Samstagmorgen 9:00 Uhr, … jeder Teilnehmer mit einem Transponder am Helm.

Die Vorstellung, im strömenden Regen zu starten, ist nicht gerade prickelnd. Doch ich staune, als nach den ersten 30 Minuten das Wasser trotz Regenjacke usw. bis auf die Haut dringt und die Schuhe füllt, finde ich das gar nicht mehr soooo schlimm. Der Regen auf der Straße wird mir durch die eigenen Reifen und durch den Hinterreifen meines Vordermannes entgegen geschleudert, … der Dreck der Straße knirscht mir zwischen den Zähnen, … so geht das über insgesamt 16 Stunden. Verschärft wird die Situation nur noch durch die kalten 6 Grad Aussentemperatur im gebirgigen Hochland.

Styrkeproven-Einzelkämpfer haben es sehr schwer. Ich schließe mich deshalb schon früh 3 Radlern aus dem Vitargo-Team von Axel Fehlau an. Zu Viert wird es etwas leichter. Wir wechseln regelmäßig die Führungsrolle und geben uns Windschatten.
Man merkt es am Fahrverhalten vieler Teilnehmer in den letzten Stunden solcher Langstrecken, … die Fahrfehler nehmen zu, die Konzentration lässt nach, …
und prompt werde ich in einen Crash verwickelt, … der aber für alle Beteiligten gut ausgeht. 

Am Sonntagmorgen komme ich nach einer Zeit von 28 Stunden in Oslo an, die netto Fahrzeit beträgt 23 Stunden. Die Pausen benötige ich unbedingt, … z.B. bei Ankunft an einer Verpflegungsstelle in den Bergen: … mein Schüttelfrost will auch nach 30 Minuten noch nicht aufhören, also ausziehen bis auf die Unterhose und die Klamotten zum Trocknen aufhängen, während ich 5 Tassen Kaffee trinke und endlos viele Marmeladenbrote verschlinge. Ich bin nicht der Einzige, der diese Prozedur vollzieht. Die Teams haben es da wesentlich besser: … in den Begleitfahrzeugen liegen trockene Klamotten zum Wechseln bereit.

(Also Heinz, wie wär`s, … am Besten wir chartern nächstes Jahr einen Ford-Transit als Mannschaftsbus und Einer – vielleicht Du ?? - fährt dem Diakonie-Team voraus und wartet an vereinbarten Treffpunkten auf die aktiven „Fundracer“, … hi,hi,hi, …)

Die letzten 170km von Lillehammer nach Oslo werden sehr zäh und durch ständige Steigungen richtig unangenehm.
Es ist schon etwas irreal, aber ungemein erleichternd, nach 23-stündigem Radrennen - in der Morgendämmerung - über die Autobahn E6 nach Oslo einzufahren.

 
Die „Colour-Line“-Fähre bringt mich heute (Sonntag, 23.06.) von Oslo wieder zurück nach Kiel.
Ich freue mich auf eine ausgiebige Dusche, ein opulentes skandinavisches Schiffs-Buffet zum Abendessen und ein bequemes Bettchen in meiner Kajüte.
Wenn mein Sitzfleisch in den nächsten 5 Tagen regeneriert, wartet am kommenden Wochenende mit dem „Maratona“ die nächste Herausforderung in Südtirol.

Joachim.

30. Alb Extrem am 30.06.2013

45 Fundracer reihten sich ein in die etwa 3500 Starter bei der diesjährigen, 30igsten Ausführung der Alb Extrem (Zeitungsartikel Göppinger Kreisnachrichten). Eine etwas geänderte Streckenführung wegen Sperrung der Türkheimer Steige machte die Rundfahrt in diesem Jahr noch etwas anspruchsvoller.