Montag, 14. Juli 2014

Engadiner Radmarathon

Fünf unserer Jungs sind am 13. Juli den Engadiner Radmarathon gefahren. Für mich ist das ein Rätsel, wie trotz der Pässe solche Durchschnittsgeschwindigkeiten erzielt werden können. Ich werde mal fragen, wie so etwas zustande kommt.

Hier die Ergebnisse:

Große Strecke.
Pässe: Ofenpass, Furkapass, Berninapass, Flüelapass, Albulapass.
211km, 3.827hm
484 Klassierte bei den Herren

Martin H.    Zeit: 7:13.22,9h;  Geschwindigkeit: 29,200km/h;  Rang Overall   59, AK  39

Martin G.   Zeit: 7:36.25,5h;   Geschwindigkeit: 27,737km/h;  Rang Overall 115, AK  29

Stefan S.    Zeit: 8:35.48,1h;   Geschwindigkeit: 24,544km/h;  Rang Overall 241, AK  46

Thomas G. Zeit: 9:22.00,4h;  Geschwindigkeit: 22,526km/h;  Rang Overall 333, AK 116


Kurze Strecke.
Pässe: Ofenpass, Furkapass, Berninapass
97km, 1.325hm
500 Klassierte bei den Herren

Achim B.  Zeit: 3:05.52,5h;  Geschwindigkeit:  31,311km/h;  Rang Overall 174, AK 52


Herzlichen Glückwunsch an Alle! Ihr ward Spitze.

Sonntag, 13. Juli 2014

Nagold-Gäu-Neckar

Es ist 5:30 Uhr. Mein Wecker mahnt mich an's Aufstehen. Mein erster Blick geht zum Fenster, wie ist das Wetter heute - wolkenverhangen! Wenn es nicht schlimmer kommt, will ich mal zufrieden sein.
Mein zweiter Gedanken gilt unseren Jungs, die heute was Größeres vorhaben.
Jo hat sich für das 24h Rennen in Kelheim angemeldet. Hoffen wir, dass er nicht auf dem Rad einschläft.
Eine Gruppe von uns fährt heute den Engadiner Radmarathon. Im vorletzten Jahr sind sie im strömenden Regen gefahren. Hoffen wir mal auf besseres Wetter.




Der Rest trifft sich in Oberjesingen.
 
 
 
 
Wir sind heute eine kleine Gruppe.
 
 
 
 
Regina fährt zunächst mit mir, am Streckenteiler trennen wir uns.
 
 
 
 
Für mich ist die kleine Strecke ausreichend.
 
 
 
 
Uwe und Jürgen fahren - wie immer - die große Runde.
 

Montag, 7. Juli 2014

Maratona dles Dolomites

Zwei von unseren Jungs sind am 6. Juli den Maratona dles Dolomites gefahren, ein anspruchsvolles Rennen über eine Distanz von 138km und 4.230hm.
Pässe: Campolongo, Pordoi, Sella und Gardena.

Kaum zu glauben, mit welcher Geschwindigkeit da gefahren wird. Martin hatte einen Rückstand auf den Ersten von nur 0:40.40,5 Std. und Michael 1:01.09,3 Std. Herzlichen Glückwunsch von uns allen!
4.190 Männer haben das Rennen auf der 138km Strecke abgeschlossen.

Martin H.:    Zeit: 5:32.00,3;  Km/h:  24,939;  Rang:  Overall  96,  AK 21
Michael:      Zeit:  5:52.29,1;  Km/h:  23,490;  Rang: Overall 399,  AK 51

In den nächsten Tagen werden sie noch einen Bericht schreiben.

Sonntag, 6. Juli 2014

Bodelshäuser Schneckentour



Eine Woche nach Alb extrem ist unsere Gruppe wie jedes Jahr recht klein. Martin H. und Micha fahren heute beim Maratona dles Dolomites mit. Sicher bringen sie ein gutes Ergebnis mit nach Hause.




Wir andere sind wesentlich bescheidener und freuen uns auf einen Tag, der schon vielversprechend angefangen hat.



Dagmar und ich nehmen das mit der "Schneckentour" ganz wörtlich und wählen die kleine Strecke. Das schöne Wetter und die reizvolle Landschaft laden uns zum bummeln ein.




Wir sind noch nicht lange zurück, ...
 
 
 

... da kommt auch schon Uwe von der großen Strecke (110km) zurück und da er, wie er sagt, noch nicht ausgelastet ist, nimmt er auch noch die kleine Runde (52km) mit.



Bei Jürgen,
 
 
 


Christiane und Joachim bleibt es bei der großen Runde.

Freitag, 4. Juli 2014

Dreiländergiro

Der Dreiländergiro in Nauders gehört jetzt schon seit Jahren zum Portfolio des Diakonie Fund Racing Teams. Auch dieses Jahr machten sich wieder 5 wackere Radler dran den Giro im Palmarès erstrahlen zu lassen.
 
 
 
Daniel Ries und Andreas Persch hatten 3 Tage zuvor schon den Gletscherkaiser in den Beinen, beide waren jedoch äußerst motiviert sich in der Gesamtwertung weit vorne zu platzieren. Dazu kamen Uwe Kleiner und Nico Holzinger und Rainer Bürkle. Uwe war der einzige der Diakonieler der sich einen Startplatz für die große Runde über 168km und 3300 hm ergattern konnte.
 
 
 
Pünktlich um 6:30 Uhr gingen dann auch alle 5 bei herrlichem Wetter an den Start.
 
Foto: Sportograf.com
 
 
Die Tempobolzer Rainer und Daniel machten sich gleich zu Beginn auf und davon. Die anderen ließen zu Beginn etwas gemütlicher angehen um brenzlichen Situationen aus dem Weg zu gehen. Dennoch kamen alle mit circa 40km/h in Prat am Fuße des Stilfser Jochs an. Nicht umsonst gilt das „Stelvio“ als Königin der Alpen und als eine der schönsten Alpenpässen. Das zeigte sich bei „Ullewetter“ in diesem Jahr im besonderen. Die 3000 Teilnehmer säumten die 48 Kehren bis 2797 Meter über Null und machten die Auffahrt einmal mehr zum Erlebnis.
 
Foto: sportograf,com
 
Am Ende standen bei allen Diakonielern sehr respektable Zeiten und alle waren froh die Strapazen hinter sich gelassen zu haben. Als Abschluss konnten noch einige sehr schöne Momente im Zielbereich aufgesogen werden und machten das Radwochenende in Nauders einmal mehr zu einem unvergesslichen Ereignis.
 
Nico
 

Abschließend die Zeiten unserer Asse
 

kleine Runde:

Daniel Ries         05:01:11 h

Andreas Persch  05:12:14 h

Nico Holzinger  05:16:14 h

Rainer Bürkle    06:14:55 h

 

große Runde: 

Uwe Kleiner   08:38:51 h

Donnerstag, 3. Juli 2014

Urlaubsgrüße aus Andalusien

 
 
 
 
Wir waren den ganzen Juni über in Andalusien und ich schicke Euch ein paar Urlaubspostkarten mit – es war super schön.






Wir sind dabei die höchste Straße in Europa auf den Pico Veleta (3300 m) geradelt – unten in Granada 36 Grad, ob eisige 5 Grad und Schnee .  …
 




Noch schöner sind aber die herrlichen Pass-Straßen in der Sierra Grazalema (bei Ronda)
 
 
Velefique-Pass
 
oder in der Sierra Alhamilla (bei Cabo de Gata), dort ist auch der Velefique-Pass.  …


Im August sind wir dann mit den Tuttlingern wieder auf den französischen Pässen der Hochalpen und des Vercors unterwegs.

Aber bei der Wangen-Rundfahrt sind wir vielleicht schon wieder da…

Liebe Grüße – und einen guten Sommer!

Frank

Mittwoch, 2. Juli 2014

Fichkona


der „Wahnsinnsritt“ vom Berg zum Meer

 

… so titelte das Radsportmagazin TOUR den Bericht 9/2013
zum 610 km langen Radmarathon vom Fichtelberg (Erzgebirge) nach Kap Arkona auf Rügen.  

Pünktlich - wie angekündigt - fängt am Samstagmorgen, den 28.06., auf dem windigen Gipfel des Fichtelberges die Friedensglocke an zu schlagen, …
das Zeichen für 190 Radler an den Start zu kommen.
 


 ... noch sind die Fichkona-Teilnehmer mit ihren Vorbereitungen beschäftigt 
 

Alle möglichen Trikots von namhaften Veranstaltungen und / oder Sponsoren sind zu sehen,
unter ihnen auch zwei hellblaue mit dem Aufdruck „Diakonie Fundracing Team“.
Jochen Böhringer und ich haben uns - unabhängig voneinander – für dieses Event entschieden, und hatten beide das Glück, ausgelost zu werden.
Weil Jochen am Freitag noch arbeiten musste, konnten wir leider nicht zusammen anreisen.
Mit Dieter W., einem Langstrecken-Enthusiasten aus Dettingen, bilde ich eine Fahrgemeinschaft.
 


Fichtelberg, ... vor dem Start
 

Nun stehen wir also hier und warten auf den Startschuss.
Ein Satz von Lucius Annäus Seneca kommt mir in den Sinn:
„Nicht weil die Dinge unerreichbar sind, wagen wir sie nicht, …
weil wir sie nicht wagen, bleiben sie unerreichbar“. 

Gegenüber den Massenveranstaltungen, an denen ich in den letzten Wochen teilgenommen hatte, registriere ich hier eine wohltuend entspannte Atmosphäre.
So ist es auch vom Veranstalter gewollt.
Ganz bewusst will er eine Teilnehmeranzahl von 190 nicht überschreiten, die eine Hälfte „Mehrfachtäter“, die andere Hälfte „Ersttäter“. Fichkona soll ein familiäres - vom Profitdenken losgelöstes - Event sein und bleiben, … ein sehr löblicher Anspruch.
 



... die letzten Instruktionen werden gegeben
 

Eine rasante Abfahrt vom Fichtelberg beginnt, … der Asphalt ist gut und ohne Schlaglöcher, die Straße trocken, selten kommt uns ein Auto entgegen.
Schon bei den ersten ansteigenden „Wellen“ und dem Tempo, in dem diese gefahren werden, merke ich, dass ich mich nicht auf einem Kindergeburtstag befinde. 

 Wir fahren durch Chemnitz, … die Durchfahrt ist eher unschön, eine rote Ampel nach der anderen. Nach mindestens 15 erzwungenen Stopps frage ich mich, ob wir die 24 Stunden-Vorgabe so jemals erfüllen können.
Lange, ebene Passagen folgen, in denen Geschwindigkeiten von über 40kmh gefahren werden.
Für die gesamte 610km-Strecke mit ihren 2600Hm sind 7 Verpflegungsstationen vorgesehen. Ein gutes Angebot an Nahrung und Getränken erwartet uns. Außerdem stehen an jeder Station die von uns mit persönlichen Dingen befüllten Jutesäcke bereit (Wechseltrikots, Regenbekleidung, Beleuchtung, …). 

Es wird zunehmend dunkel und stiller in der Gruppe und ich freue mich auf die nächste Verpflegung. Höchste Zeit nun für das Anbringen der Radbeleuchtung.
Nach 30 Minuten Pause geht es dann endgültig in die Nacht, in der ich normalerweise schlafe. 

Die Potsdam-Durchfahrt gegen 22.00 Uhr in geschlossener Gruppe
und im „Begleit-Blaulicht“ von Polizeimotorrädern sorgt für eine schöne, willkommene mentale Ablenkung. 

Mit Einbruch der Dunkelheit kommt nun auch Nieselregen auf.
Richtig unangenehm wird es, als der Nieselregen in richtigen Regen übergeht.
Die Nacht verschluckt uns und das größte Übel, eine hartnäckige Müdigkeit ergreift nach und nach Besitz all unserer Sinne.  

Es ist nun etwa Mitternacht.
Seit knapp zwei Stunden fahren wir nun schon im Regen,
wassergetränkte Schuhe und durchnässte Hose lassen beim Radeln in der Nacht nicht viel Freude aufkommen. Der Strom „sinnfragender Schweinehunde“ scheint nicht abzureißen. 

An Regen-, bzw. Kälteschutzkleidung nutze ich nur eine Regenjacke.
Die Chance, meine völlig durchnässten Klamotten gegen trockene aus dem Begleitsack zu tauschen, versäume ich in der Hektik der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, …
Was würde es auch nützen, neue Bekleidung wäre bei unverändertem Niederschlag nach 30 Minuten genauso durchnässt, … also bleibt die „Hosensattelsitz-Dämpfung“ weiter wassergetränkt und die Socken genauso nass und schlotterkalt.
Die schrumpeligen Füße stehen gefühlt in jeweils einem halben Liter kaltem Wasser. 

Die folgenden 3 Stunden bis zur nächsten Rast sind die schlimmsten.
Ich stelle mir die Strecke nie im Ganzen vor, immer nur abschnittsweise,
trotzdem scheint die Zeit nicht zu vergehen, … Kälte, Nässe … und ein dauerfröstelnder Körper spult die Tretarbeit monoton herunter, … der Geist sucht nach Ablenkung.
Ich rezitiere Gedichte, … mit wenig Erfolg, die Müdigkeit ist stärker und Halbträume „eines trockenen Bettes, wohliger Wärme“ versuchen sich in der Psyche Geltung zu verschaffen. Die Bäume in den langen Alleen nehme ich – zeitweise halb halluzinierend - als stehende menschliche Riesen wahr, die uns Vorbeifahrende betrachten.
Ja, die Vorboten des gefährlichen Sekundenschlafes sind nun endgültig da
der Kampf gegen die latente „Schwerkraft der Augenlider“ hat begonnen.
Die Angst davor ließ mich diese Phasen sturzfrei überstehen. 

Wir passieren ein Straßenhinweisschild -211 km Stralsund, ich bin ziemlich platt …
und nun noch mal weitere 211 km, normalerweise ein Radmarathon, …
puuuh, … und dann noch die verbleibenden Kilometer auf Rügen.  

Endlich, endlich, … wir stehen am Rande einer Verpflegungsstelle, … fröstelnde, müde Körper auf der Suche nach einer (nicht vorhandenen) Sitzgelegenheit. Ach, was wären ein paar Minuten in einem geheizten, trockenen, windgeschützten Raum doch schön, um diese elende Kälte aus den Gliedern zu treiben. In einer lauen Sommernacht könnte man sich auch ein paar Minuten auf dem grünen Rasen ausruhen, ach, … 

Flaschen auffüllen, Müsliriegel & Bananen in die Trikottaschen, sowie nebenher Nudeln & Wurstbrote „reinschieben“ … und weiter geht`s.
Hätte ich doch „RedBull“ in die Trinkflaschen füllen sollen?? 

Mein Garmin verabschiedet sich mit den Daten für Puls, Trittfrequenz und Leistung. Mist. 

Bereits ca. eine Stunde früher hier im Norden zeigt sich schon ein dünner, heller Dämmerungsstreifen am Himmel (sehr motivierend!!).
Ein heißer Pulverkaffee hellt die Stimmung weiter auf.
Mein Biorhythmus hat sich mittlerweile wieder voll auf den Tag eingestellt;
alle Ermüdungsanzeichen sind nun verschwunden.
Langsam wird es heller und der Tacho zeigt über 450 km, die bereits hinter mir liegen.
Es wird wieder lebhafter in der Gruppe, auch die anderen werden wieder wach. 

Nach der Überquerung des Rügendamms in Stralsund sind wir nun endlich auf Rügen.
Im Morgengrauen hier die Ostsee zu sehen, ist ein schönes Gefühl, …
aber es fehlen immer noch 70 km bis zum Kap. 

Der Stopp in Samtens (Rügen) ist am Bahnhof gelegen. Neben dem üblichen VP-Prozedere (Nahrungs- & Flüssigkeitsschnellaufnahme, Flaschen nachfüllen, Riegel bunkern, etc) wird abgeschätzt, ob die Restzeit bis zum Kap noch reichen könnte, um in dem gefassten Zeitziel von 24 Stunden zu bleiben. 

Die stundenlange Ausdauerleistung und der Regen haben dazu geführt, dass der Körper sich weitestgehend auf absolut notwendige Grundfunktionen zurückgezogen hat, was den unschönen Nebeneffekt einer schleichenden Auskühlung bei diesen Witterungsbedingungen mit sich bringt. Ein fast nicht kontrollierbarer Schüttelfrost ist bei mir die Folge. Ich habe Mühe, den Lenker stabil zu halten. Zwei Gel-Heftchen in den Mund gedrückt helfen.
 

Schnell erreichen wir Sagard mit dem oft zitierten, „berüchtigten“ und gefürchteten kilometerlangen Kopfsteinpflaster-Abschnitt. Zähne zusammenbeißen (wegen den Plomben, hi,hi) und schnell durch. Spätestens hier wird der letzte Teilnehmer wachgerüttelt und spürt nun auch schmerzend seinen Hintern.

Nochmals Kopfsteinpflaster in Putgarden, … aber es ist im Anblick des Kap Arkona Leuchtturmes nun gar nicht mehr so schlimm.

Bereits im „Ausroll-Modus“ wird der letzte Kilometer genossen und die letzten Eindrücke des „Wahnsinnsritt“ aufgesogen,    Sommer-(Regen) Landschaft, jubelnde Zuschauer in warmen Anoraks, … und dann das Ziel-Transparent.

Mit einem starken Gefühl von Euphorie, … auf dem 45 m hohen Steilküstenabschnitt am nördlichsten Punkt von Rügen, … wird vom Rennrad „abgesattelt“.

Vor mir tobt die Ostsee und mein Blick endet irgendwo in der Unendlichkeit. 

Jochen Böhringer konnte mit seiner schnelleren Gruppe in einer Zeit von 23Std.30Min. ins Ziel fahren, mein Garmin ermittelte bei mir eine Gesamtzeit von 24Std.29Min. inclusive aller Verpflegungspausen.

Wir genehmigen uns noch kurz eine Thüringer Bratwurst mit heißem Kaffee (!!), …
für ein Weizenbier sind wir zu ausgekühlt, ...
und genießen noch 30 Minuten „Arkona-Feeling“,
Leider haben wir noch eine abschließende 12-km-Radrückfahrt zu unserem „Basecamp“ vor uns.
Nach einer heißen Dusche und 3 Stunden Schlaf können wir uns der intensiven Kompensation von Kohlehydraten und Flüssigkeit zuwenden.
 

Joachim.

 
Von Rügen zurück auf dem Fichtelberg, ... 54 Stunden später

Dienstag, 1. Juli 2014

Alb extrem - Bericht


Für das Teamfoto an der Ottenbacher Kirche reichte es nicht mehr: Bis die Startunterlagen abgeholt waren und am Auto die Entscheidung für die - hoffentlich - passende Wetterschutz-Kleidung getroffen war, war das Gros der Diakonie Fundracer schon in der Warteschlange vor dem Start.

Ich sollte wenige von ihnen im Lauf des Tages sehen, offensichtlich war der Energievorrat in den Waden und Schenkeln nicht für die Überholspur ausreichend. ... Viele Kurzstrecken zur Arbeit im Winter und Frühjahr, aber kaum Zeit für längere Trainingsfahren oder gar eine Birenbacher Bergeles-Tour vorab - das war das gesamte Trainingsprogramm mit einer Ausnahme an der Schwäbischen Alb: 1500 Höhenmeter und 90 Km vier mal rund um Drackenstein - Wiesensteig - Hohenstadt. Ich war "vorsichtig gespannt" auf die 190 km. Aussstieg unterwegs vorbehalten.

Also schnell auch zum Start und nach wenigen Minuten ging's los. Bisher ohnehin nur einmal dabei gewesen, ist die geänderte Streckenführung gar nicht so aufgefallen und am Anfang und Ende gab es ja ohnehin die wohl klassische Route. Schnell wurde klar, dass die Team-Jacke nicht ideal ist: zu viel Dampf unter der Haube schon nach der ersten Steigung. Am Hexensattel spätestens war's eine Waschküche auf dem Rücken - aber das machte (noch) nichts: die Stimmung gut, auf dem Sattel an den ersten Absteigern vorbei zu ziehen. Ohne Langarmshirt in der Satteltasche und mit für das kurze Trikot eindeutig zu frischer Witterung blieb nur übrig, den Tag unter der Team-Jacke zu bestreiten. Mit entspanntem Tempo ging es bis zur ersten Verpflegungsstation und auch nach Bartholomä ging es noch guter Dinge. Bei der kulinarischen Gesamtwertung der Tour-Verpflegung klar vorne: die warme Suppe und der Nuss-Kuchen mit Schokoglasur.



Dann wechselten, passend zum für 20 Minuten einsetzenden Regen, die Gedanken ins Trübe: "In Birenbach wäre es jetzt gleich rum". "Einen viel direkteren Weg zurück gibt's wohl nicht". "Soll ich überhaupt auf die Suunto schauen, wieviel Höhenmeter rum sind?" (Ich hab's nicht gemacht, aus Schenkel/Waden-Schiss vor zuviel Rest Höhe. Dabei hätte es gut getan, den Dank wechselnder Baros zeigte die Summe am Schluss nicht 2400 sondern 2780 Höhenmeter an).

Richtig gut wurde die Stimmung erst wieder, als sich die Stöttener Steige viel entspannter anfühlte, wie vorab befürchtet. Der Blick auf den Asphalt gerichtet versuchte ich auszublenden, wieviele mit gefühlten 20 km/h an meinem Tritt im ersten Gang vorbeizogen. Letzte Verpflegung in Stötten. Nur kurzes Durschnaufen und nichts abkühlen lassen. Dann weiter, bergauf nur noch mit kleinster Kraftübertragung.

Am Ende war zu wenig Euphorie für ausgeflippte Freude, die letzte Abfahrt nach Ottenbach hinunter und ins Ziel. Aber ein herrlich zufriedenes feeling breitete sich aus. Und: Vorfreude auf ein trockenes T-Shirt.

Ich habe grade auf der Suche nach einem Gratisfoto die Galerien der SWP durchgestöbert. Mich selbst habe ich nicht gefunden, aber ein paar Mal sind Fundracer drauf. Vielleicht zum Einstellen oder Weiterleiten, dann muss sich niemand die Mühe machen, mehrere Hundert Bilder durchzuklicken.
 
http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208286,1568921

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208286,1568949

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208286,1568934

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208286,1568933

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208286,1568833

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208285,1568810?fCMS=ggtk61a0d77oiiqd4gmhd998f0

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208285,1568809?fCMS=ggtk61a0d77oiiqd4gmhd998f0

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208285,1568767?fCMS=ggtk61a0d77oiiqd4gmhd998f0

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208285,1568747?fCMS=ggtk61a0d77oiiqd4gmhd998f0

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208285,1568209?fCMS=ggtk61a0d77oiiqd4gmhd998f0

http://www.swp.de/goeppingen/bilder/goeppingen/cme1208285,1568208?fCMS=ggtk61a0d77oiiqd4gmhd998f0



Herzlicher Gruß

Christian Keinath
 

 

Montag, 30. Juni 2014

12. Kaunertaler Gletscherkaiser, 19.06.2014

Wie die letzten Jahre schon, steht auch 2014 wieder der Dreiländergiro in Nauders in meinem Rennkalender. Eröffnet werden die Radsporttage im Tiroler Oberland jedoch seit einigen Jahren durch den Kaunertaler Gletscherkaiser am Donnerstag zuvor. Da dieser Event 2014 erfreulicherweise auf einen Feiertag gefallen ist und es eine Cup-Wertung aus den beiden Veranstaltungen – den Girokaiser – gibt, war der Anreiz groß, auch dieses Rennen mitzunehmen.

 
So fuhren wir also bereits am Mittwoch nach Nauders und verbrachten ein verlängertes Radsportwochenende in Tirol. Am Donnerstagmorgen ging es dann direkt nach Feichten im Kaunertal, wo der Start für den Gletscherkaiser sein sollte. Nach dem Abholen der Startunterlagen, den letzten Vorbereitungen und einer kurzen Einrollrunde fuhren wir bei guten Witterungsbedingungen in die Startaufstellung. Aufgrund krankheits- und verletzungsbedingter Ausfälle reduzierte sich das DFRT im Starterfeld auf Andreas P. und mich. Dafür gab es neben uns einige namhafte und hochklassige Starter wie Ötzi-Sieger und ähnliche Kaliber. Auch Athleten aus anderen Sportarten suchten die Herausforderung – u.a. Mario Stecher (Olympiasieger und Weltmeister in der Nordischen Kombination). 
 
Nach dem Startschuss ging es zunächst 11 km talauswärts bis nach Prutz. Dieser Rennabschnitt wurde neutralisiert gefahren. Das machte das Ganze jedoch nicht weniger anstrengend. Bei rund 400 Startern und einem relativ langsamen Führungsfahrzeug gab es diverse Ziehharmonikaeffekte und höchste Konzentration war gefordert. Das ständige Bremsen wurde dann auch einigen Mitstreitern zum Verhängnis, da sich deren Felgen so erhitzten, dass die Schläuche platzten und sie sich auf dem Asphalt wieder fanden.
 
Unten angekommen ging es dann um zwei Rechtskurven und das Rennen war eröffnet. Von nun an sollte es 40 km und über 2.150 hm bergauf gehen. Ziel war der Kaunertaler Gletscher auf 2.750 Meter. Die ersten 15 km waren im Schnitt relativ flach, jedoch mit einigen steileren Passagen gespickt. Ich tat mir etwas schwer meinen Rhythmus zu finden. Kurz nach der Mautstelle, die sozusagen den „echten“ Anstieg einläutete, holte mich Andreas ein und ich entschied mich, ihn ziehen zu lassen. Der erste längere steilere Abschnitt endete dann oberhalb der Staumauer. Anschließend ging es dann ca. 5 km am Stausee entlang an dessen Ende die letzten 13 giftigen Kilometer warteten. Da ich hier schon zum Skifahren war, kannte ich die Strecke zumindest aus dem Auto und wusste somit was auf mich zukam. Ich hatte jedoch zwischenzeitlich meinen Tritt gefunden und es lief in Summe besser als gedacht. Die letzten Kilometer waren dennoch richtig anstrengend und am Straßenrand wuchsen – wen wundert es auf einem Gletscher – die Schneefelder. Letztendlich war ich fast eine Viertelstunde vor meiner angepeilten Zielzeit oben und damit recht zufrieden. Leider verdunkelte sich im Ziel der Himmel und bei der Überquerung der Linie fielen ein paar Schneeflocken bei frischen 4° C.
 
Zum Glück wartete Nico im oben auf uns. Er war mit dem Auto hoch gefahren und hatte trockene  Klamotten dabei, sodass wir uns gleich warm einpacken konnten. Ich ließ es mir nach kurzer Verschnaufpause nicht nehmen, auch die Abfahrt bis Feichten auf dem Rad zu genießen und war unterwegs erstaunt, wie lange es doch bergab ging.
In Feichten angekommen, wartete inzwischen auch schon Rainer mit Familie auf uns. Er war noch kurzfristig in das Dreiländergiro-Aufgebot eingesprungen. Für die Teilnehmer gab es dann noch einen ordentlichen Teller Pasta und ein alkoholfreies Weizen, was die nicht ganz so tolle Verpflegung auf der Strecke wieder kompensierte.

Beim Blick in das Klassement mussten wir jedoch erkennen, dass die Qualität der Starter insgesamt schon ziemlich hoch war. Für uns standen somit zu Buche:

Andreas: 2:45:26 (Rang 112 AK Senioren / 197 gesamt)

Daniel:   2:47: 23 (Rang 114 AK Senioren / 201 gesamt)

Teamintern ging es also eng zu, wodurch die Spannung hinsichtlich des Dreiländergiros und der Cupwertung natürlich hoch war. Nun galt es, sich auf den Sonntag zu fokussieren, um dort wieder fit am Start zu stehen.

Daniel

Sonntag, 29. Juni 2014

Alb extrem

Alle dürfen sich heute ärgern ....
 
 
... die der Wettervorhersage trauten und deshalb nicht an den Start nach Ottenbach gingen.
 
 
Nachts hat es geregnet, aber zum Start war es jedenfalls von oben her noch trocken.
 
 
Es konnte losgehen.
 

Nach 60km in Waldstetten war man gut auf den Ansturm vorbereitet.
Weniger als 2h Std. brauchten die ersten kleinen und kleinste Gruppen für diese Strecke.
 
 
Und kurze Zeit später waren auch schon unsere drei Schnellen da. Noch war es etwas einsam auf dem Platz ...
 

 
... aber das änderte sich nach und nach.
 
 
Und bald schon ...
 
 
... wurde es eng.
 
 
Ein Schluck noch aus der Flasche ...
 
 
... und weiter ging es dem großen Ziel entgegen.
 
 
Jeder hat heute einen Sieg errungen.
 
 
Und ganz gewiss können gemeinsam bestandene Herausforderungen einer Vater-Sohn Beziehung mehr Bestand verleihen, als Worte das je tun können.
 
 
Was wäre schon eine Erfahrung, wenn sie nicht mit anderen geteilt werden könnte?
Vor allem freuten sich alle, dass wir keine Regenprobe zu bestehen hatten.
 
 
Zum Schluss:
Ich hoffe - und mit mir noch andere - auf einen persönlichen Erfahrungsbericht einer unserer Teilnehmer. Vielleicht könnte das wahr werden?
Joachim und Jochen sind heute beim "Fichkona" gestartet.
"Ein Wahnisinns-Ritt" vom Meer zum Berg. Ein wahrhaft außergewöhnliches Event", wie Jo mir schon geschrieben hat. In den nächsten Tagen wird er darüber berichten.

 
 
 

Samstag, 28. Juni 2014

Alb extrem - Startkartenausgabe

Manch besorgter Blick geht heute zum Himmel, begleitet von einem Seufzer: "Wir wird das Wetter morgen werden?" Die Wetteraussichten sind denkbar schlecht. Dauerregen ist bis morgen 16:00 Uhr angesagt. Wir hatten uns den Saisonhöhepunkt eigentlich anders vorgestellt!

Martin und Thomas im neuen Alb extrem Trikot
Wir wollen mal optimistisch sein. Jedenfalls gibt's als Vorbereitung gleich zwei Portionen Pasta.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Stoneman Trail 2. Tag

oder auch “Artgerechte Mountainbike Haltung”.

Der Blick 5:30 Uhr morgens von der Sillianer Hütte:
2014-06-21 05.26.20
Angesicht der Tatsache, dass etwa 20 Menschen in einem engen Matratzenlager  übernachteten, war es erstaunlich ruhig. Trotzdem schlief ich sehr leicht und wachte früh  auf. Martin und ich waren die Ersten beim Frühstück, dass es ab 6:30 Uhr gab. Eine Frühstücksportion waren 4 Scheiben frisch gebackenes Brot, Wurst, Käse Marmelade, Honig und Kaffee.
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Kurz nach 7:00 verließen wir die Sillianer Hütte und machten uns auf die zweite Etappe. Auf der ersten Etappe hatten wir ca. 3200 hm geschafft dadurch blieben uns für diesen Tag etwa 1600 hm übrig, das sollte machbar sein.
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Nach der Sillianer Hütte  folgt die berühmte Demut-Passage. Der Trial folgt dem Karnischen Grenzkamm und ist erst mal schwierig zu fahren und hat einige ausgesetzte Stellen. Oft mussten wir das Rad schieben oder hochtragen, bedingt durch den noch reichlich vorhandenen Schnee. Diesen Winter gab es sehr viel Schnee, so dass der Frühling in den Bergen lange Zeit brauchte um sich behaupten zu können. Richtig gehört, auf ca. 2500 Meter Höhe beginnt gerade der Frühling und dabei werden die Tage schon wieder kürzer.
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Durch unseren frühen Aufbruch waren die Schneefelder noch fest gefroren, so bekamen wir wenigstens keine nassen Füße.
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Die Demut-Passage hat einen ganz besonderen Reiz, man fühlt sich der Natur in ihrer Mächtigkeit sehr nahe. Das mag daran liegen, dass man keine Häuser Straßen oder sonstige Bauwerke sieht. Wir trafen auch auf keine Wanderer, aber dafür eine ganze Horde von Murmeltieren, welche sich über die Hügel tollten. Ab und zu gab ein Murmeltier-Wächter einen Pfiff ab, wenn die Mountainbiker zu nahe kamen.
2014-06-21 08.49.53
Am Passo Silvella befindet sich ein weiterer Checkpoint um das Band zu markieren. Ab hier ändert sich der Charakter der Strecke, es folgt eine schier unendliche Abfahrt bis nach Casamazzagno, die in unserem Fall aber durch einen Abschnitt mit umgestürzten Bäumen unterbrochen wurde.
2014-06-21 10.29.162014-06-21 10.59.42
Unten Angekommen mussten wir “nur” noch die Auffahrt zu den Rotwandwiesen schaffen. Gefühlt war ich schon wieder in Sexten bei einem leckeren Kaiserschmarren. Der musste aber noch etwas warten. Ich weiß nicht ob es den schon geleisteten Höhenmetern geschuldet war oder ob es wirklich so war, mir kam es so vor, als ob die Auffahrten jedes Mal steiler wurden. So kämpften wir der letzten Steigung noch ca. 800 hm ab, bis uns dann ein langer Schotterweg, runter nach Sexten, zu unsern Ausgangsort zurückführte. Der Bremsscheibe ist dabei wohl schlecht geworden, sie war danach ganz blau.
2014-06-21 14.30.43
Egal, endlich konnte wir uns den ersehnten Kaiserschmarren genehmigen.
2014-06-21 15.28.25
Wenn ich mich zurückerinnere, kommt es mir vor, als wäre das Erlebte an einem anderen Ort in einer anderen Zeit geschehen, so etwa wie in einem Traum.
2014-06-21 17.51.51
Der Stoneman Trial ist ganz GROßES Kino, aber bitte nicht unterschätzen! Das betrifft besonders die Demut-Passage. Das kommt bei den sonstigen Beschreibungen etwas zu kurz. Die Sicherheitshinweise sollte man ernst nehmen, man befindet sich auch im Hochgebirge und teilweise führen die schmalen Pfade an ausgesetzten Stellen vorbei. Mag sein dass bedingt durch den Restschnee, die Strecke noch etwas anspruchsvoller geworden ist. Meine persönliche Meinung ist: Die Demut-Passage ist grandios, aber noch besser innerhalb einer Wanderung erlebbar, da man mit dem MTB durch die trage und schiebe Passagen und bedingt durch die notwendigen Konzentration beim Fahren die Schönheit nicht angemessen auf sich wirken lassen kann. Auch der Rest der Strecke fordert den ganzen Mountainbiker: technisch anspruchsvolle Trials, lange “flowige” Abfahrten, knackige Anstiege und das in einer wunderschönen Landschaft. Wem das noch nicht genug ist, kann man all das in einem Tag machen!
Ich kann mir gut vorstellen, den Stoneman nochmal zu machen, den Traum zu wiederholen. (Thomas)
Thomas und Martin
Stoneman Trail 1. Tag
Strava Aufzeichnung